blick auf cdl
Der Spazierweg endet in Câmara de Lobos
Der Weg verläuft auf Betonstelzen über die steinige Küste
Eine längere Strecke führt der Weg auf Stelzen an der Steilküste vorbei

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Strandspaziergang

1. September 2011

Von Funchal nach Câmara de Lobos

sts- Einen langer, bequemer Weg, immer am Meer entlang – welchem Insel-Urlauber stünde danach nicht einmal der Sinn? Strandspaziergänge und Wattwanderungen wie an der deutschen Nordseeküste kann man natürlich auf Madeira nicht unternehmen. Doch mit der Promenade vom Lido in Funchal bis zum pittoresken Fischerdorf Câmara de Lobos gibt es einen sehr ausgedehnten, gepflegten Spazierweg entlang der Küste – die Augen auf Wellenhöhe, die Nase im Wind.

Vom Lido bis zur Praia Formosa kann man schon seit einigen Jahren wandern. Der zweite Teilabschnitt bis ins westlich gelegene Câmara de Lobos, direkt unterhalb des Cabo Girão gelegen, war fast fertig – und wurde dann bei Unwettern von herabstürzenden Felsen wieder zerstört. Im Mai 2011 war die Eröffnung.
Zur Praia Formosa gelangt man mit dem Auto oder mit dem Bus über die Estrada Monumental Richtung Westen (wenn man nicht auch schon den ersten Teilabschnitt zu Fuß gehen möchte). Viele kleine Strandcafés und -restaurants, manche mit Musik, hellblau gestrichene Holzgeländer, hölzerne Stege zum Wasser, eine kräftige Brise vom Meer – hier fühlt man sich an europäische Atlantikküsten vom Festland versetzt. Der Weg führt nun am „Formosa“-Strand vorbei, an den Felsformationen, die kleine Strandabschnitte abteilen, vorbei am grau-schwarzen Sand, der die Kieselflächen ablöst, man wandert durch die kleine Bucht unterhalb des Hotels Orca Praia. Immer ist der Weg bequem und breit, es gibt Geländer und schöne Aussichtspunkte.

Westlich des Orca Praia muss ein strandloser Abschnitt überwunden werden, hier ragen die Felsen weit ins Meer. Stelzen tragen nun den Weg über das flache Wasser, Kurven führen um die Steilküste herum, bis der hundert Meter lange Steg des Zementwerks im Soccoridos-Tal schon das nahe Câmara de Lobos ankündigt. Hier geht der Blick zu der monumentalen Autobahnbrücke und dahinter auf das wunderschöne grüne Tal, das bis Curral das Freiras reicht. Bald darauf verrät Geruch nach Diesel die Nähe zum Elektrizitätswerk: hier wird Diesel zu Strom umgewandelt, solange die erneuerbaren Energien Madeiras noch nicht ausreichen. Ein ganz kleines Stück an der Straße entlang und schon spaziert man wieder auf gut ausgebautem Weg, gesäumt von einer dunkelrot gestrichenen Mauer. Hier wandert man bereits unterhalb des befestigten Dorfes Câmara de Lobos, als ginge es am Fuße einer mittelalterlichen Burg entlang. Zur Linken lockt die türkisblaue Bucht, das kristallklare Wasser erlaubt Blicke bis auf den Grund, die bunten Fischerboote dümpeln in den sanften Wellen. Im Sommer springen Kinder von den Felsen in die Tiefe. Die Aussicht auf das Dorf ist fast mediterran. Und die Versuchung, ein Glas Poncha zu probieren oder wenigstens eine Tasse Kaffee in der Sonne zu trinken, ist groß. Wer den Rückweg dann nicht mehr antreten will, kann problemlos mit dem Bus zur Praia Formosa zurückzufahren.

Leserbriefe

Loew Rudolf 09.03.2015 16:47

Wir wollten diesen Strandweg gehen von Camara do Lobos aus, was auch möglich war. Nach ca. einer 3/4 Stunde ca. bei der Yacht Strandbar war der Weg kaputt und wir mussten den Weg oben an der Hauptstrasse gehen.
Dies war auch sehr interessant für uns, da wir so die schauderhaften Hotelbauten bewundern konnten, die es vor 15 Jahren noch nicht gab. Warum machen die Menschen nur ünerall die gleichen Fehler.
Übrigens wir waren gestern abend noch einmal in Canico de Baixo. Auch dies haben wir nach 15 Jahren nicht wieder erkannt. Alles zugebaut, schauderhaft.
Madeira, was warst Du einmal schön.

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