Erobert die Madeira-Banane Deutschland?

16. Juli 2011

Kampfansage an Chiquita & Co.

laud - Die kleine Madeira-Banane schmeckt ganz anders als die lange Schwester aus Südamerika. Verführerisch süß bezirzt sie den Gaumen. Den genussreichen Anbiss sollen nun auch die Konsumenten in Deutschland und Belgien zu spüren kriegen. Die EU fördert die „freundliche Übernahme“ zur Hälfte.

270 Tausend Euro kostet die Kampagne, mit der Madeira sein süßes Früchtchen in Mitteleuropa platzieren will. Wenn die Promotion-Fachleute das Zielpublikum in Deutschland und Belgien erreichen, wird die Madeira-Banane den Obst-Gourmets mit Sicherheit auf der Zunge zergehen. Dann hat der wässrige Geschmack der südamerikanischen Banane ausgedient. 2.800 Bananenbauern zählt Madeira. Sie arbeiten durchweg in kleinen Einheiten im Südwesten der Insel. Da ist keine Großplantage dabei. Auch werden die Bananenplantagen nicht in ein Kunststoffzelt eingepackt. Handarbeit, Wasser, Guano und – das ist nicht zu verschweigen – Bayer Leverkusen bringen zusammen ein schmackhaftes Produkt zustande. Bei der Bio-Variante fehlt Bayer Leverkusen. Aber diese dürfte vorerst nicht auf den konventionellen Märkten Mitteleuropas erscheinen. 15 Tausend Tonnen Bananen werden auf Madeira von den Bananenträgern geerntet, die während des gesamten Jahres unter härtesten Bedingungen schuften müssen.. Im Winter bei Wind und Wetter und im Sommer bei sengender Hitze. Eine Bananendolde mit 100 „Fingern“ kann gut und gerne 30 kg wiegen. Bisher gehen achtzig Prozent der Ernte nach Festland-Portugal. Der Rest bleibt für die Madeirenser, die aber die Frucht inzwischen „Banane“ finden. Darum sollen nun die Leckermäuler aus Deutschland und Belgien angesprochen werden. Auch um den Markt zu erweitern. Niemand verlangt von den Mitteleuropäern, dass sie die Madeira-Banane quer essen, aber verzehren sollen sie sie – mit Lust und Laune, und möglichst viele.

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