Das Madeira-Siegel kommt

17. April 2011

Madeira-Zertifikat kennzeichnet heimische Lebensmittel

um - Die Banane hat seit langem den Insel-Aufkleber. Demnächst erhalten auch Lebensmittel der sonntäglichen Bauernmärkte in Porto Moniz, Prazeres, Ponta do Sol und Santana den Ausweis Marca da Madeira.

650 Kleinbauern will die madeirensische Verwaltung in ein inselumspannendes Netz integrieren, das die heimische Landwirtschaft nach vorn bringen soll. Beabsichtigt ist mithilfe kleiner Investitionsspritzen die Beschleunigung eines Kreislaufs: Die Verwaltung der Insel setzt mit dem Madeira-Siegel auf einen besseren Absatz heimischer Produkte am heimischen Markt und in der Folge auf die Ankurbelung der landwirtschaftlichen Produktion Madeiras.
Solange das Madeira-Siegel nicht flächendeckend verbreitet ist (Ideen benötigen auf Madeira Jahre bis zu ihrer Realisierung), können Verbraucher und Verbraucherinnen auf andere Weise erkennen, woher die Ware stammt. Die Lebensmittelhändler müssen nämlich auf den Preisschildern angeben, ob regional (Madeira), nacional (Festlandportugal) oder wo auch immer geerntet wurde. Die kleinen Lebensmittelhändler verkaufen ohnehin oft die Erträge aus der Nachbarschaft, und zeichnen sie mit der Deklaration „regional“ aus.
Auch bei Fisch und Fleisch soll die regionale Herkunft demnächst ersichtlich sein. Derzeit werden innerhalb der Verwaltung Bestimmungen diskutiert, die „Mogelpackungen“ verhindern wollen. So wird ausgeschlossen, dass zum Beispiel madeirensische Fischer, die in kanarischen Gewässern ihre Netze auswerfen, ihren Fang später als „produto da Madeira“ deklarieren.
Beim Madeira-Wein bedarf es keines neuen Siegels. In Madeira ist der Aperitif seit Alters her zertifiziert und verfügt über eine stabile Position auf dem heimischen Markt. 18 Prozent der Madeira-Wein-Produktion verbleibt bei den Konsumenten der Insel, denen der Genuss des „schweren Tropfens“ 2, 8 Millionen Euro jährlich wert ist. International tritt der Madeira - Wein als geschützte Marke auf, was allerdings Produkt-Piraten nicht daran hindert, gepanschte Getränke unter diesem Namen auf den Markt zu bringen. Ein sehr preiswerter Madeira Wein made in China dürfte als Import auf der Insel Madeira keinerlei Chance besitzen. Der Laden, der es wagte, dem heimischen Publikum einen falschen Madeira Wein anzubieten, müsste wohl mit einem Volkssturm rechnen.

Leserbriefe

renate schwanck 23.04.2011 12:50

ohhh, das wäre wunderbar !!!
das ist schon lange überfällig. ich wäre sehr froh, wenn ich erkennen würde was woher kommt. den fisch kann man ja leider nicht mehr fragen.
bei chinesischem madeira wein würde ich auch auf die barrikaden gehen
viele grüße r. schwanck

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