Das geerntete Zuckerrohr liegt in großen Bündeln bereit zum Transport in die Fabrik
Um den Zucker geht es in einem eigenen Museum in der Innenstadt

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Bei Regenwetter ins Museum

24. November 2010

Überraschende Ausstellungen locken auf Madeira

Ob Spielzeug oder Fotografie, Zuckerhandel oder Madeira-Wein. Nicht ganz alltäglich sind die Gegenstände, denen manche Museen Madeiras gewidmet sind. Und wenn der Regentag nicht gerade auf einen Montag fällt, den freien Tag der meisten Museen, dann gilt: Madeira lässt keinen im Regen stehen.

Das Spielzeugmuseum oberhalb des Sportstadions „Barreiros“ zeigt ungefähr 1700 Einzelstücke, vom Ende des 14. Jahrhunderts bis heute. Gerade das Spielzeug aus jüngerer Zeit gefällt nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen. Da fragt man sich doch, ob nicht auch der eigene Teddy, die eigene Puppenküche in dieses Museum gehört hätte. Zu schade, dass die umfangreiche Sammlung von Spielzeugautos so gut in den Glasvitrinen gesichert ist...... Das „Museo dos Brinquedos“ bleibt montags geschlossen. Ein Besuch des angeschlossenen Restaurants bietet sich an – die Küche ist hervorragend.

Technikinteressierte finden Anschauungsmaterial im Elektrizitätsmuseum „Casa da Luz“. Dieses Museum befindet sich im alten Kraftwerk von Funchal, am hinteren Teil der Meerespromenade gelegen. Man sieht dort die ersten städtischen Straßenlampen, die mit Pflanzenöl, später dann mit Petroleum gespeist wurden. Alte Maschinen zeigen die Ursprünge der thermischen und hydraulischen Energiegewinnung, neue Maschinen dokumentieren den Entwicklungsstand von Wind- und Solarenergie. Regelmäßige Ausstellungen moderner Kunst ergänzen die Technik-Schau. Das Elektrizitätsmuseum ist montags und an Sonn- und Feiertagen geschlossen.

Fotografen und Inselgäste mit Hang zur Nostalgie besuchen vielleicht das Fotografiemuseum. Es ist im ältesten Fotostudio Portugals untergebracht – in einem alten Stadthaus mit wunderschönen Patio an der Rua da Carreira. Das Fotoarchiv der Brüder Vicente zeigt Aufnahmen der wichtigsten Ereignisse der vergangenen 150 Jahre Madeira-Geschichte; zum Beispiel den Besuch Winston Churchills oder George Bernard Shaws. Neben unzähligen Fotografien von früheren „Touristen“ sind historische Kameras, technische Apparate, und Fotohintergründe zu sehen. An Montagen und Sonn- und Feiertagen bleibt das „Museo da Fotografia Vicentes“ geschlossen.

Sollte es aber doch ausgerechnet am Montag regnen, dann bietet sich ein Abstecher zu den traditionellen Reichtümern der Insel an: zum Wein und zum Zucker.

In den „Adegas Sao Francisco“ schräg gegenüber vom Theater wird in Weinkeller und Ausstellungsraum die Entwicklung des Madeiraweins von der Rebe bis zur Flasche veranschaulicht. Der Gebäudekomplex mit seinen Untergliederungen aus dem 17. und 18. Jahrhundert ist ein Beispiel bürgerlich-barocker Baukunst. Das Weinlager umfasst 650 Fässer. In der Probierstube spenden gehaltvolle Tropfen Trost an regnerischen Tagen. Und erinnern daran, dass die Insel meist mit mehr Sonne gesegnet ist. Führungen in deutscher Sprache am Vor- und am Nachmittag.
Die „Adegas Sao Francisco“ der Madeira-Wine-Company bleibt an Sonn- und Feiertagen geschlossen.

Ergänzend sei auf das Wein- und Weinbaumuseum in Arco de São Jorge hingewiesen. Die Ortschaft liegt an der Nordküste der Insel. Südwind bringt häufig Regen an die Südküste – dann lohnt sich ein Abstecher in den Norden. Auf einer Fläche von einem Hektar befinden sich das Hauptgebäude und der renovierte Weinkeller, der historische Gerätschaften des Weinbaus zeigt. Zu sehen sind Weinpressen, Keltereien und die verschiedenen Stadien der Weinherstellung. In einer Probierstube werden Tafel- und Likörweine angeboten. Das Wein- und Weinbaumuseum hat allerdings wiederum montags und sonntags geschlossen.

Im Zuckermuseum in der Innenstadt von Funchal findet man Ausgrabungsstücke aus den Besitztümern des flämischen Händlers Esmeraldo. Der persönliche Freund von Kolumbus besaß ein herrschaftliches Haus in der Hauptstadt sowie große Anwesen und landwirtschaftliche Nutzflächen bei Ponta do Sol. Über den Zuckerhandel wurde der Flame im 16. Jahrhundert ein reicher Mann, was man an den Ausstellungsstücken sehen kann: Krüge, Näpfe, Münzen, Keramik, Fässchen und Tabakpfeifen vom 15. bis zum 18. Jahrhundert sind zu bestaunen Der „Nucleo museologico a Cidade do Açucar“ bleibt samstags und an Sonn- und Feiertagen geschlossen.

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