Koran und Bibel liegen nebeneinander
Friedliche Koexistenz? Koran und Bibel

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Liberales Portugal

2. Januar 2011

Deutsche Studien vergibt gute Noten an Portugiesen

Jagd auf Christen in Ägypten. Die Nachricht schockte Europa zum Jahresanfang 2011. Die religiöse Toleranz in Westeuropa erforschte eine Studiengruppe der Universität Münster. Ergebnis: Deutschland schneidet unter fünf ausgewählten Ländern am schlechtesten ab. Gute Noten gab es hingegen für Portugal.

Neben Deutschland standen Frankreich, die Niederlande, Dänemark und Portugal auf dem Prüfstand. Jeweils tausend Personen wurden in jedem der fünf Länder interviewt. 89 Prozent der Portugiesen sind laut Studie der Ansicht, alle religiösen Gruppen sollten gleiche Rechte haben. Bei der fast absoluten Hegemonie der katholischen Kirche in dem südwesteuropäischen Land überrascht das Plädoyer für religiöse Gleichberechtigung. Nur 49 Prozent der Westdeutschen und 53 Prozent der Ostdeutschen sind gleicher Ansicht (Dänemark 72 %, Niederlande 82 %, Frankreich 86%). Drei Viertel der Portugiesen befürworten den Bau von Moscheen in ihrem Land, auch hierin liegen die Portugiesen vor den Niederländern und vor den Franzosen (2/3) und den Dänen (Hälfte). In Westdeutschland erwärmen sich nur 30 Prozent, im Osten nur 20 Prozent für die Errichtung von Moscheen. Der Aussage, religöse Vielfalt bereichere die Kultur, stimmen Portugiesen, Franzosen, Dänen und Niederländer zu etwa 80 Prozent zu. In Deutschland halten sich Zustimmung und Ablehnung die Waage.

In Einzelwertungen gibt Portugal teilweise die Spitzenposition in der Toleranz-Skala auf. Bei „negativer Einstellung gegenüber Muslimen“ liegen die Portugiesen mit 33,5 Punkten unwesentlich vor Dänemark, den Niederlanden und Frankreich. Deutlich die deutschen Negativbewertungen mit 58,7 Prozent (West) und 62,3 Prozent (Ost). Gegenüber Hinduisten, Buddhisten und vor allem Juden haben aber Portugiesen deutlich mehr Vorbehalte als Dänen, Niederländer und Franzosen. Deutsche zeigen den deutlichsten Grad an Negativhaltung gegenüber Angehörigen der drei Religonen.

In der portugiesischen Presse wurde das Ergebnis der Münsterschen Studie mit Genugtuung aufgenommen.

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