Wandern am Fanal
Neue Wanderwege am Fanal

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Wanderurlaub möglich

28. Februar 2010

Viele Levadas und Wanderwege in unverändert gutem Zustand

Urlaub auf Madeira ist für viele Reisende Wanderurlaub. Wie sieht es damit nach dem schweren Unwetter aus?

 

In erstaunlich gutem Zustand finden Wanderer eine Woche nach dem Unwetter die Fußwege auf der Insel vor. „Wir waren gestern auf der Levada Ribeira da Janela,“ berichtet Dörthe Schneider aus Wuppertal. „Der Weg ist einwandfrei. Wir waren beeindruckt von den Ausblicken in dieses grüne Tal. Und von den vielen Farnen in den Felsen.“ Wie sie und ihre Freundin berichten viele Urlauber von erfüllten Wandertagen. Eine Woche nach dem Unwetter stellen sie fest, dass die Natur unter den heftigen Regenfällen und den Schlamm- und Wassermassen nicht so gelitten hat wie die Altstadt von Funchal.

Sogar der „Königsweg“ vom dritthöchsten zum höchsten Gipfel der Insel ist frei begehbar. Probleme bereiten dem Wanderer 1800 Meter über dem Meer allenfalls die aktuellen Temperaturen: Kalt ist es, und in den nächsten Tagen könnte es hier sogar schneien, wie häufig zum Ende des Winters, so kündigen die Meteorologen an.

Damit muss man sich auf den Bergen im Westen der Insel nicht plagen. Der Lorbeerwald von Rabaçal, auf etwa tausend Metern über dem Meer gelegen, lädt zum Wandern ein. Und auch die erst kürzlich eröffneten, ganz neu ausgeschilderten Wanderwege beim Fanal sind aktuell gut zu bewandern. Vielleicht gibt es hier gar einen kleinen Ansturm: verdient hätten es diese drei neuen Wege. Sie kreuzen mehrmals die wenig befahrene Straße vom Paul da Serra nach Ribeira da Janela. Man kann also die Wanderzeit nach Lust und Laune gestalten. Weiche Wiesenwege führen durch Baumheide und Heidelbeeren, immer wieder gibt es schöne Ausblicke ins Tal von Ribeira da Janela und auf die Nordküste.

Die Levada Nova im Westen der Insel ist an einigen Stellen gesperrt – nicht wegen des Unwetters sondern wegen dringend nötiger Reparaturarbeiten. Westlich von Prazeres bis nach Ponta do Pargo aber sind hier schöne Wanderungen möglich. Auch der Abstieg von Prazeres nach Paul do Mar ist reizvoll, vor allem an bewölkten Tagen, die Schauer verheißen – so nah am Meer bleibt es in der reizvollen Schlucht oft trocken. Doch wer hier wandert, muss sich auf Gelenke und Kreislauf verlassen können. Denn da die Straße von Calheta nach Jardim do Mar noch gesperrt ist, wird man hier um den anstrengenden Aufstieg nach dem Abstieg kaum herumkommen.

Einige Wanderungen sind derzeit nicht durchführbar, zum Beispiel jene, die am Encumeada-Pass beginnen. Folhadal und Pinaculo sind ebensowenig zugänglich wie der alte Pilgerweg zur Boca da Corrida oder der Weg vom Pico Ruivo zum Encumeada-Pass – hier haben überall gleich mehrere Erdrutsche die Wege verschüttet. Auch auf der Nordseite des Passes wird man nicht weit kommen. Die abenteuerliche Levada Fajã de Rodrigues zum Beispiel ist nach dem Unwetter gesperrt.

Und wer sich von Caniço de Baixo oder Funchal bis nach Santana aufmacht, wird enttäuscht sein, die Levada von Queimadas zum Caldeirão Verde – eine wunderschön grüne Strecke – ebenso unzugänglich vorzufinden. Hier bietet sich dann ein Abstecher zur Achada do Teixeira an und vielleicht der etwas gemütlichere Aufstieg zum Pico Ruivo.

Von Ribeiro Frio aus kann man einen schönen Spaziergang zum Aussichtspunkt „Balcões“ unternehmen – wenn tief hängende Wolken nicht die Sicht versperren. Die andere Richtung, über die Levada do Furado Richtung Portelas, ist versperrt, ebenfalls wegen dringend notwendiger Baumaßnahmen.

Wer gleich ganz in den Osten ausweichen will, ist gut beraten: die Ponta do São Lourenço ist nicht betroffen. Auf dem „Fischschwanz“ Madeiras wandert es sich wie eh und je über jetzt grüne Wiesen, immer nah am Wasser – Vorsicht bei starkem Wind!

Auf allen Wanderungen gelten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen: Wandern Sie möglichst nicht allein, erzählen Sie im Hotel, welche Pläne Sie verfolgen. Nehmen Sie Hinweise von Forstpolizei und Einheimischen ernst. Sollte Ihnen ein Wegstück unsicher erscheinen, drehen Sie um – klettern Sie auf keinen Fall „wild“ oberhalb oder unterhalb der Levada ins Gelände. Wenn Sie Ihr Handy mitnehmen: im Notfall erreichen Sie über 112 Hilfe – auch in englischer Sprache.

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