Blauwal
Der Blauwal vor Calheta

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„Ribeira Brava“ trifft auf Blauwal

22. April 2009

Größtes Säugetier der Erde vor Calheta gesichtet

Ein Blauwal ist ein Säugetier der Superlative. Er kann bis zu 33 Meter lang und 190 Tonnen schwer werden. Sein Herz hat die Größe eines VW Käfers, seine Hauptschlagader könnte von kleinen Kindern durchschwommen werden. Wenn der Blauwal nicht von Menschen getötet wird, kann er ein Alter von 80 Jahren erreichen. Auf der ganzen Welt gibt es nur noch 2500 bis 5.000 Tiere. Und einer von ihnen wurde Anfang April vor Madeira gesichtet. Das Walbeobachtungsboot „Ribeira Brava“, gut mit Madeira-Urlaubern besetzt, kam ganz in seine Nähe. Passagiere und die Crew waren begeistert. 

Die Späher, die das Boot wie immer zu den verheißungsvollen Stellen im Meer lotsten, hatten an diesem Nachmittag noch weitere Wale gesehen, die Passagiere sahen jedoch „nur noch“ einen Brydewal oder Seiwal. Bei der Vormittagsfahrt hatten die Passagiere schon Finnwale gesehen. Diese im Vergleich zum Blauwal kleineren Tiere („nur“ 24 m) kommen häufiger vor Madeira vor und wurden von der Ribeira Brava aus seit Ende März schon einige Male beobachtet. Sogar eine Mutter mit ihrem Kalb war zu sehen.

Blauwale dagegen sind Einzelgänger. Sie ziehen meist allein oder in Paaren umher – angesichts der großen Futtermenge von 4 Tonnen pro Tag sicherlich eine kluge Lösung.

Die Ribeira Brava war 5 Meilen von ihrem Heimathafen Calheta entfernt, als die Crew den Blauwal entdeckte. Das Meer war eher ruhig, bei leichtem Wind. Der Himmel war bedeckt, aber die Temperatur angenehm warm. Das Tier blies dreimal und tauchte dann für etwa zehn Minuten ab. „Dann hieß es warten und sehen wo der Wal wieder hoch kommt,“ erzählt die Kapitänin Claudia Gomes. „Wir sahen immer nur Teile von ihm: Kopf und Blas, dann Rücken, mehr Rücken, noch mehr Rücken bis endlich die kleine Finne auftauchte, sich langsam von hinten nach vorne bewegte und dann verschwand. Insgesamt haben wir ihn fast ein einhalb Stunden beobachtet und ihn bis 5 Meilen vor Jardim do Mar begleitet. Der Wal schwamm gemächlich seines Weges und hat sich von uns nicht stören lassen.“
Einige Male konnten die Passagiere das mächtige Tier direkt aus der Nähe beobachten. Die Passagiere waren fasziniert von der Größe des Tieres, viel größer als das Holzboot, auf dem sie sich befanden. Sein Blas war wesentlich höher als der von anderen Walen, die Späher sagten von ihrem Ausguck, der Blas sei höher als der Schiffsmast der Ribeira Brava gewesen. Als der Wal einmal direkt auf das Boot zuhielt, rutschte manchem das Herz in die Hose. Der Blauwal war grau meliert und an der recht kleinen Finne (Rückenflosse) gut zu bestimmen. Claudia Gomes kannte die seltenen Säugetiere bis dahin aus Filmen und von Fotos und war glücklich, mit den Passagieren dieses Erlebnis zu teilen. Inzwischen hat auch das Walmuseum Caniçal den Blauwal bei Madeira bestätigt.

Bisher hat die Ribeira Brava diesn Wal noch nicht wieder gesehen. Aber sowohl an Bord wie an Land sind nun viele Touristen auf der Suche nach dem großen Wal. Wer mitfahren möchte, erfährt mehr bei http://www.lobosonda.com

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