Alter Führerschein
Gilt dieser Führerschein auf Madeira?

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Gilt deutscher Euro-Führerschein in Portugal?

2. Februar 2009

Bei Urlaubern ein uneingeschränktes Ja, bei Residenten ein Ja mit Auflage

Der Europäische Gerichtshof entschied im Jahre 2005: EU-Behörden müssen rechtmäßig in Mitgliedsländern ausgestellte Führerscheine anerkennen. Diese klare Richtlinie wird von EU-Mitgliedern durch behördliche Detailregelungen oder filigrane Rechtsinterpretationen gern „nachgebessert“. Zum Beispiel in Deutschland und in Portugal. 

Im Dezember 2008 hat ein Gericht in Hamburg ein Urteil gefällt, das eine neue Variante ins Spiel bringt. In der Verhandlung ging es um zwei deutsche Staatsbürger, die nach Verlust ihres Führerscheins wegen Trunkenheit am Steuer mit kurzfristig in der Tschechei erworbener Fahrerlaubnis auf deutschen Straßen weiterfuhren. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass ein ausländischer Führerschein nur dann gelte, wenn der Inhaber oder die Inhaberin in dem Land, in dem die Fahrerlaubnis erworben wurde, auch wirklich wohne. Das Gericht in Hamburg hat bei seiner Entscheidung sicher nicht die Norm des Europäischen Gerichtshofes in Frage stellen wollen. Eher bezweifeln die Hamburger Richter die Rechtmäßigkeit eines tschechischen „Touristen-Führerscheins“.

Die Portugiesen haben sich immer schon schwer getan mit Verbindlichkeiten im Europa-Maßstab. Natürlich gehen alle Besucher des Landes mit deutscher Fahrerlaubnis bei der Polizeikontrolle durch. Aber was ist mit Residenten, die „kackfrech“ ein ausländisches Dokument bei der Verkehrskontrolle vorlegen? Nur wo Portugal draufsteht, ist Portugal mit dabei! Das ist die gängige Devise aller Behörden des Landes. Ein EU-normiertes Warndreieck zum Beispiel gilt in Portugal nicht, weil es den heimischen Stempel vermissen lässt. Und so ist es auch mit dem EURO-Führerschein. Die Polizei verhängte in der Vergangenheit Bußgelder mit verschiedensten Begründungen, für den Fall, dass Residenten bei Kontrollen auf portugiesischen Straßen einen Führerschein mit „D“ zwischen den europäischen Sternen vorlegten. Um die Vielfalt der behaupteten Rechtsverstöße zu vereinheitlichen, hat der portugiesische Staat in der Neufassung der Straßenverkehrsordnung festgesetzt, dass Autoführer und -führerinnen innerhalb von 30 Tagen nach fester Wohnsitznahme in Portugal sich bei der Führerschein-Datei der zuständigen Führerscheinstelle registrieren lassen müssen. Über die Registrierung wird ein Nachweis ausgestellt, den der Führerscheininhaber mit sich führen und bei einer Verkehrskontrolle vorlegen muss. Fehlt der Nachweis, kann die Polizei ein Bußgeld verhängen, so die Auskunft der Deutschen Botschaft in Lissabon auf Anfrage der Madeira-Zeitung. Die für die Registrierung zuständige Stelle heißt Instituto da Mobilidade e dos Transportes Terrestres – IMTT. In jeder Region Portugals ist das IMTT vertreten, innerhalb dessen jeweils ein Departamento de Condutores das notwendige Formblatt Nr. 13 bereithält.

In Madeira ist alles ein bisschen anders. Dort heißt die betreffende Stelle Direcção Regional de Transportes Terrestres. Sie findet sich im ersten Stock des Postgebäudes beim Edificio 2000,  schräg gegenüber vom Einkaufszentrum Dolce Vita in Funchal. Der Sachbearbeiterin in der Abteilung "Condutores" legt man den deutschen Führerschein und die Residencia vor und macht sicherheitshalber deutlich, dass es nicht um den Eintausch des Führerscheins gegen einen portugiesischen Schein geht. Zügig erhält man eine vorläufige Bescheinigung zur Vorlage bei der Polizeikontrolle. Die amtliche Bescheinigung über die Registrierung des Fahrers mit Wohnsitz wird nach Hause geschickt. Kostenpunkt: 0,00 EUR. So steht es auf dem Formular.

Für andere Regionen Portugals erhält man kostenlos die zuständige Adresse unter Telefon 808 50 20 20.

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