Levada 25 Fontes
Hierhin soll die Seilbahn führen - die Levada 25 Fontes

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Seilbahn in den Lorbeerwald?

6. November 2008

Gegner fürchten Beton und Plastikmüll im Naturschutzgebiet

Die Levadas bei Rabaçal führen mitten durch ein wunderschönes großes Stück urtümlichen Lorbeerwalds im Westen Madeiras. Wer dort spazieren oder wandern will, muss sich ein bisschen anstrengen. Zwar gibt es hier sogar Wegweiser und die Wege sind gut gepflegt. Und bis zum Forsthaus kann man über die alte Straße sogar mit einem Shuttle-Bus des Landkreises Calheta für wenig Geld hinunter fahren – und vor allem später auch wieder hinauf. Doch selbst der kurze Spaziergang zum Risco-Wasserfall benötigt vom Forsthaus aus immerhin noch knapp eine Stunde hin und zurück, auf gutem, fast ebenem Weg.Die kleine körperliche Anstrengung wird vielfach belohnt: der Blick auf die unterschiedlichen Grüntöne, die Geräusche des plätschernden Wassers und das Rauschen der Lorbeerblätter, die geheimnisvollen Flechten an uralten Ästen, zutrauliche Buchfinken, die auf dem Weg vor dem Wanderer umherhüpfen.

Zu anstrengend für den Touristen, befinden Madeiras Tourismus-Profis. Und planen, in dieses Weltkulturerbe der UNESCO (seit 1999) eine Seilbahn zu setzen. Mit dieser kommt der Tourist dann völlig anstrengungsfrei bis in den Lorbeerwald hinein.

Eine für Madeira ganz und gar ungewöhnliche Bürgerinitiative will das verhindern. Bei einer Unterschriftenaktion online haben in wenigen Tagen über 2500 Menschen unterzeichnet. Die Namen sind international. Die madeirensischen Naturschützer, allen voran „Quercus“ sind dabei, aber auch viele englische, deutsche, holländische, französische Namen sind zu lesen. Gerade die Touristen sagen „Nein“ zu der Idee. „Solch ein Lorbeerwald hat früher weite Teile Europas bedeckt“, sagt Karl-Heinz Schlacht aus Osnabrück. „Madeira hat sich seit Jahrzehnten für Naturschutz stark gemacht. Wir sind jetzt schon zum siebten Mal auf der Insel und kommen immer hierher nach Rabaçal. Ich verstehe nicht, was so eine Seilbahn bringen soll. Das verschandelt die Landschaft und allein für den Bau der Stationen geht soviel schöne Landschaft drauf.“ Ehefrau Karin wird drastisch: „Mit der Seilbahn kommen auch die Chips-Tüten, der Plastikmüll, die Zigarettenstummel.“

Hier geht es nur um Geld, meinen einige Unterzeichner. Mit der Seilbahn kann man verdienen, mit unberührter Natur nicht. Der große Erfolg in den ersten Tagen der Aktion stärkt bei den Gegnern der Seilbahn die Bereitschaft, sich zu wehren.

Wer mitmachen will: online unterzeichnen auf

http://www.PetitionOnline.com/247132/

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