Praia do Rio
Ein einsamer, ruhiger Strand

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Ein „Geheimstrand“ auf Porto Santo

27. Oktober 2008

Die Praia do Rio im Osten der Insel kann man nur zu Fuß erreichen

Der lange Strand von Porto Santo liegt im Süden der kleinen Insel. Er bietet Platz für ausgedehnte Spaziergänge, Ballspiele, Joggen, Burgen Bauen und entspanntes Träumen in der Sonne. Kein Wunder, dass weitere Badeplätze auf der Insel den meisten Urlaubern verborgen bleiben. Wer sich dennoch auf die Suche macht, fühlt sich wie Robinson Crusoe. 

Vom alten Calhau von Serra de Dentro aus sieht man zum nördlichen Ende der Bucht einen Sandstrand. Besonders bei Ebbe staunt man über eine große, hell leuchtende Sandfläche. Die Wellen scheinen nicht allzu hoch, ideal zum Baden. Aber wie hinkommen? Dazu braucht man doch ein Boot? Die kleine Bucht ist von den unwirtlichen Wänden der Steilküste umgeben, die hier aus Lavafelsen und verwitterndem Sandstein bestehen - nichts, auf dem man langsam herunterrutschen oder auf allen Vieren herauf kraxeln möchte.

Einheimische weisen einem den Weg. Allerdings leben nur so wenige Menschen in diesem verträumten Dorf, dass die Bewohner erst einmal gefunden werden wollen, sprachkundige dazu. Am Calhau geht man auf dem Fahrweg bergauf, der zu dem einzelnen Haus am Hang führt. Hier wächst kein Gras und kein Blümchen mehr, der Sand bedeckt die harten Steine. Bevor man das Haus erreicht, führt rechts ein Weg zum Meer hinunter. Einfacher zu gehen ist der zweite Weg, der etwa siebzig Meter weiter oben zum Wasser führt. Beide Wege bestehen aus weichem Sand und fallen bis zu zwanzig Meter zum Meer hin ab. Also Vorsicht beim Gehen, besonders mit Kindern. Unten angekommen, klettert man am Steinstrand über die kleinen Felsvorsprünge und wandert über die Kieselsteine, immer in Richtung Norden, zum verlockenden Strand. Das dauert keine zehn Minuten. Und kurz vor dem „Geheimstrand“ sieht man, wie leicht der Zugang ist: Es gibt einen Tunnel! In das Felsgestein hinein geschlagen, groß und breit, führt er zu der kleinen Bucht unterhalb der Steilküste. Beim Verlassen des Tunnels muss man etwas acht geben, denn vor dem weichen Sandstrand finden sich noch einige Lavabänke mit scharfen Kanten. Wer hier vor lauter Lust schon losrennt, kann sich leicht schneiden – Salzwasser in Schürfwunden ist äußerst unangenehm. Noch an dem natürlichen Felsenturm vorbei und schon hat man eine traumhafte Bucht fast für sich allein. Nur die Angler kommen gern vorbei und versuchen von den Felsen jenseits der Bucht ihr Glück.

Der verborgene Strand hat sogar einen Namen, sagen die Dorfbewohner: Praia do Rio. Der „Fluss“ (rio) ist ein kleines Rinnsal, in dessen ausgetrocknetem Bett immerhin zwei oder drei Sträucher stehen. Möglicherweise bringen winterliche Regenfälle ein Rinnsal zu Wege. Die Einsamkeit des „Geheimstrandes“ ist hinreißend. Und die vergleichsweise geringen Besucherzahlen Porto Santos lassen nicht befürchten, dass diese Zeilen eine Karawane von Entdeckern ins Leben rufen.

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