Kleine Bucht am Tunnel
Ausblick vor dem Tunnel

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Abenteuerspaziergang auf Porto Santo

27. August 2008

Der Tunnel in den Osten

Porto Santo – das ist für viele der goldgelbe lange Sandstrand. Die Insel hinter dem kleinen Ort Vila Baleira erscheint vom Strand aus graubraun, karg und wenig attraktiv. Nur Wenige machen sich auf zu einer Inselrundfahrt mit dem Taxi oder mit dem Bus. Doch gerade, wenn sich zwischen Juli und September Strand und Ort füllen, steht dem Urlauber vielleicht einmal der Sinn nach etwas Ruhe und Einsamkeit. 

Keineswegs muss man für die Erkundung des Hinterlandes immer die schweißtreibenden Bergstraßen überwinden, die sich jenseits von Vila Baleira nach Camacha an der Piste des Flughafens entlang oder gar zum Aussichtspunkt Portela mit seinen Windmühlen hinauf winden. Man kann auch einen Spaziergang – oder nennen wir es eine kleine Wanderung – unternehmen, um das Land „hinter den Bergen“ in Augenschein zu nehmen.

Vom Hauptort Vila Baleira aus geht man zunächst zum Hafen. Wer nicht an der Straße entlanggehen will, kann weite Teile der Strecke direkt am Strand laufen. Doch auch von der Straße aus ist man ganz dicht am Wasser, schnuppert Salz und Algen in der Luft, sieht das Fährschiff „Lobo Marinho“ vor sich liegen. Am Hafen geht es weiter geradeaus. Man passiert das Elektrizitätswerk mit den großen Turbinen und gelangt zum „Penedo“. Hier geht im Sommer „die Post ab“. In den übrigen Monaten des Jahres allerdings fragt man sich, ob jemals ein einziger Stuhl der Cafes und Restaurants besetzt war, ob das Beach-Volleyball-Feld überhaupt schon benutzt worden ist und wo die Go-Carts geblieben sind, von denen die kleine Rennbahn zeugt. Schon bald endet die Teerstraße in einem Parkplatz, doch ein Erdweg führt auf gleicher Höhe weiter am Meer entlang. Hier möchte man nun nicht mehr baden – zu steil geht es ab zum Wasser. Immer wieder staunt man über pittoreske winzige Buchten mit türkisfarbenem Wasser, die zu Fuß unerreichbar scheinen (siehe Foto). Zur Linken sind die Berge längst hoch geworden, tiefe Erosionsrinnen berichten von Regenfällen im Winter. Felsbrocken versperren manchmal den Weg, Reste größerer Erdrutsche. Schließlich wird der Weg etwas schwieriger, weil die Felsbrocken an Zahl und Größe zunehmen. Gleich darauf, nach einem kleinen Anstieg, durchschreitet man ein Tor aus Felsen und geht einige Meter abwärts. Hier ist es still, und die hohen Felswände wirken bedrohlich. Zur Rechten nochmals ein wunderschöner kleiner Strand, der an der stabilen Felswand entlang sogar erreichbar ist, jedoch nur vorsichtig und mit gutem Schuhwerk wegen des Gerölls. Völlig unvermittelt steht man vor einem breiten und hohen Tunnel. Im Tunnel ist es kühl, der Wind erfasst einen, und neugierig kommt man nach wenigen Metern im Osten der Insel wieder heraus. Linker Hand erhebt sich der Pico Branco, rechter Hand liegt die „Wal-Bucht“. Der Weg ist nun sehr bequem, breit und etwas sandig. Er wird leider auch mit Geländewagen, teilweise sogar mit Pkws, befahren. Eine Viertelstunde später langt man am Hafen von „Porto das Frades“ an. Hier endet die Straße von Serra de Fora. Ein einziges Restaurant mit Bar lädt zur Rast ein. Am Strand kann man baden, und wer will, geht sogar noch weiter bis zu dem verschwiegenen Sandstrand „Baia do Rio“.

Oder man wandert die Straße entlang zwischen den Bergen hinan zum Dorf Serra de Fora. Links der Straße sind noch die Reste der alten Salinen zu sehen. Faszinierend die vielen Wiedehopfe mit ihren wippenden Federkronen. Diese in Deutschland seltenen Vögel bevölkern Porto Santo zahlreich, und da sie den trockenen Untergrund mit niedrigen Büschen lieben, sind sie gerade hier, entlang der Straße, gut zu beobachten.

Sowohl am Calhau als auch im Dorf fährt der Bus nach Vila Baleira ab und bringt einen für einen Euro Fahrpreis zurück zum Ausgangspunkt. Oder aber man wandert auf dem gleichen Weg zurück.

Die einfache Strecke dauert ca. 1,5 Stunden, je nachdem, wie viele Pausen zum Schauen und Fotografieren man einlegt, und ist etwa 5,5 km lang. Bei und nach starken Regenfällen ist der Abschnitt zwischen Penedo und Tunnel gefährlich, weil es zu weiteren Erdrutschen kommen kann. Der Tunnel steht im Winter nach starkem Regen gelegentlich unter Wasser und ist dann nicht leicht zu passieren. Wenn die Passage möglich ist, kommt am als wirklicher Tourist in einem fremden Porto Santo an.

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