Santo da Serra Markt
Freundliche Verkäufer auf dem Markt

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Sonntagsmarkt im Osten Madeiras

17. Juli 2008

Bäuerlich und bunt ist das Angebot

Sonntag ist Markttag in Santo da Serra. Auf den Kirchgang folgt der Marktbummel. Da hat man eine Messe lang den Mund gehalten - außer beim Singen. Mit dem Gläschen Hauswein in geselliger Runde danach setzt das Schwätzen und Lachen ein. Dazu gibt es gegrillte Schweinefüßchen. Obst, Gemüse aller Art, selbst Käfigvögel werden feilgeboten.Kunterbunt, bäuerlich und billig ist der Sonntagsmarkt von Santo da Serra. 

Mehr als hundert Stände sind aufgebaut mit frisch geernteten Zwiebeln, Tomaten, Knoblauch, Süßkartoffeln, Äpfeln, Pflaumen, je nach Jahreszeit, Bananen und Kohl zu allen Zeiten. Eine Neuheit bei den traditionellen Süßigkeiten: Baisers, Konfitüre oder Fenchelbonbons können mit Kreditkarte bezahlt werden.

Die Bauernstände samt der kulinarischen Stationen, die eher den Namen „Freßstände“ verdienen, befinden sich in kleinen gemauerten Ständen unter einem schützenden Zeltdach. In der „englisch coolen“ Region Madeiras herrschen durchaus raue Winde, begleitet von erklecklichen Schauern. Das madeirensische Nationalgetränk Poncha – ein Mix aus heimischem Rum, Honig und Zitronensaft – hält dann Körpertemperatur und Stimmung hoch. Weniger alkoholisch, kräftig sauer und gerade darum köstlich ist die Sidra, der Apfelwein

Der Markt hat sich ausgedehnt. Neben dem traditionellen Teil pulsiert ein Markt fliegender Händler. Zigeuner, arabisch anmutende Verkäufer und farbige Portugiesen bieten Kleidung, Uhren, Nippes, Kitsch, Sonnenbrillen an. Ein schwarzafrikanisches Paar präsentiert Spielpanzer und – pistolen. Der Araber vom Stand nebenan kommentiert: „Die sind von der Taliban.“ Über die erstaunten Blicke der Touristen lacht der Mann herzlich. Solch tragikomische Einlagen werden in Santo da Serra garniert von einer bodenständigen Bäuerin, die still dasitzt und selbst gezogene Büsche und Kamelien preiswert verkauft, alles in voller Blüte und leuchtend bunt.

Auf allen Teilen des Marktes werden Speisen angeboten. Vor allem, wie es sich auf Madeira gehört, Grillfleisch bis zum Abwinken: lecker heiß und fettig für den, der es mag. Hähnchen, pikant gewürtzt, Bauchfleisch vom Schwein, frische Sardinen kann man kaufen und natürlich auch den Rindfleisch-Spieß Espetada. Dazu wird überall Knoblauchbutter-Brot gereicht. Wer Volksfeststimmung mag, will da gar nicht mehr weg. Die touristischen Besucher, die sich schliesslich doch von dannen machen, schleppen Säcke voller Obst und Gemüse zum Auto, und eine Flasche Hauswein vom Weinbauern steckt auch noch in der Tüte.

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