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Die Norweger kommen!

18. Juni 2008

Heißer Sand von Porto Santo zu Heilzwecken

Ein neues Konzept für den Porto-Santo-Toursimus kommt aus Norwegen. Dabei wird ein Produkt vermarktet, dass von jeher das Markenzeichen der Nachbarinsel Madeiras war: der goldgelbe Sand. 

Schon im vergangenen Jahrhundert wurde der warme Sand der „Goldenen Insel“ zu Heilzwecken verwandt. Jeder Rückenschmerzgeplagte kann sich unmittelbar vorstellen, wie angenehm es ist, auf einem warmem, weichen Sandbett zu ruhen. So wurden beispielsweise Rheuma-Kranke im warmen Sand Porto Santos eingegraben.

Im Jahr 2008 geht man das Ganze nach den Gesetzen der Marktwirtschaft und mit der Absegnung der Medizinwissenschaft an, berichtet die Madeira-Ausgabe der renommierten Tageszeitung „Diário de Noticias“ in ihrer Ausgabe vom 15. Juni. Ein internationales Wissenschaftlerteam unter norwegischer Beteiligung hat in den letzten sieben Jahren eine vergleichende Studie über die Heilwirkungen des Sandes von Porto Santo und Gran Canaria durchgeführt. Dabei ergaben sich für den Sand aus Porto Santo positive Ergebnisse mit Heilerfolgen bei 33 Prozent während für den Sand aus Gran Canaria keine Heilwirkung bestätigt werden konnte. Der Sand auf Porto Santo ist – genau wie die harten, verfestigten Dünen etwas weiter zum Inselinneren hin – ein Rest der Korallenriffe, die Porto Santo „früher“, d.h. vor ca. 15 Millionen Jahren, umgaben. Die Schalen und Skelette jener Meerestiere wurden im Laufe der Zeit zu diesem schönen, gelben Sand zermahlen.

Guner und Bard Nielsen, zwei Porto Santo Freunde aus Norwegen, lernten die Insel schon im Jahre 2000 kennen. In den vergangenen Jahren haben sie ihre Idee zum Konzept gemacht und rechnen bereits für den Winter 2008/2009 mit 2000 norwegischen Gästen, die Porto Santo weniger als Touristen, sondern als Patienten besuchen werden, so berichtet die portugiesische Tageszeitung. Dass den Norwegern viele andere Europäer folgen werden, wenn die Heilerfolge sich herumsprechen, liegt auf der Hand.

Einheimische wie Naturfreunde sind über diesen neuen, alten Weg hocherfreut. Denn die medizinische Behandlung mit erhitztem Porto-Santo-Sand braucht keine großen betonierten Flächen, vernichtet keine natürlichen Ressourcen der schönen kleinen Schwester Madeiras, sondern nutzt, was ohnehin vorhanden ist. Auch das Hotel, in dem die Norweger die Patienten des „Centro de Geomedicina“ (Zentrums für Erdmedizin) offenbar zunächst unterbringen wollen, blickt auf eine lange Tradition zurück: Das „Hotel Porto Santo“, in Campo de Baixo mit großem Garten unter hohen Palmen gleich am Strand gelegen, ist das älteste Hotel der Insel.

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