Madeira-Sturmvogel in Gefahr

9. April 2008

Seltener Seevogel scheut NATO-Radar

Die „Freira da Madeira“, der Madeira-Sturmvogel, ist seit langem vom Aussterben bedroht. Die NATO bereitet der Seevogel-Population auf der Atlantik-Insel nun ein neues, großes Problem: Sie will ein Radar mitten im Brutgebiet der seltenen Vogelart errichten. 

Der Madeira-Sturmvogel gehört zu den seltensten Brutvögeln Europas. Die Sturmvogel-Art verbringt wie andere Sturmvögel ihr Leben auf dem Meer – nur zum Nestbau und Brüten kommen diese Vögel an Land. Dazu haben sie sich ausgerechnet das zentrale Hochgebirge im Osten Madeiras ausgewählt. Auf annähernd 2000 m Höhe im kargen Fels finden Sie genau die richtigen Plätze für ihre Bruthöhlen. Jedes Paar brütet nur ein einziges Ei aus. Dabei sind die Verluste hoch, sodass die derzeit auf 30 Brutpaare geschätzte Population in den letzten Jahren nicht gewachsen ist.

Wegen seiner dunkelgrauen Haube heisst der Vogel „Freira da Madeira“ - „Freira“ heißt Nonne.

Im Brutgebiet, auf dem Pico do Areeiro, dem höchsten Gipfel der Insel, soll eine moderne Radar-Station der NATO entstehen. Dabei geht es nicht nur um den Radar-Schirm selbst, sondern auch um die dazugehörigen Gebäude und Zugangswege. Doch die Mitarbeiter von SPEA (Portugiesische Gesellschaft für Vogelforschung) und Bird Life International konnten inzwischen einen ersten Erfolg ihrer Protestaktionen verzeichnen: mit dem Bau des NATO-Radars auf dem Pico do Areeiro wird erst im Oktober, nach der diesjährigen Brutzeit, begonnen. Im September ist der Nachwuchs der Madeira-Sturmvögel flügge. Was die Jungen sich denken mögen, wenn sie irgendwann zum Pico de Areeiro zurückkehren, um selbst zu brüten; wie sie dann auf die Radar-Station reagieren werden, bleibt offen. Madeirensische und internationale Vogelschützer sind besorgt. Proteste gegen den Standort werden fortgesetzt.

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