Bio-Markt
Biologisch angebaut: Obst und Gemüse auf dem Bio-Markt

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Gesund und lecker

24. März 2008

Bio-Markt in Funchal setzt neue Akzente

Bislang vier Stände werden jeden Mittwoch an der Avenida Arriaga aufgebaut. Im Spannungsfeld der Bank von Portugal und dem Golden Gate stehen leuchtendrote Tomaten, orangefarbene Möhren oder Zitronen mit grüngelber Schale zum Verkauf. Jede Frucht ist individuell und besonders; groß oder klein, schief oder gerade gewachsen. Auch die Kunden des Bio-Marktes sind individualistisch: Residenten und Urlauber mit erlesenem Geschmack und vereinzelt auch Einheimische, die sich der Idee gesunder Ernährung verschreiben haben. 

Das Angebot umfaßt die gängigen Gemüse- und Obstsorten der Saison. Nur die Erdbeeren, die einer der Händler anbietet, passen nicht recht zum Frühlingsanfang auf Madeira. Auch Weißwein, aus Biotrauben gewonnen, wird an den Ständen präsentiert. Die Preise der einzelnen Produkte liegen geringfügig oder deutlich über den Preisen konventionell erzeugter Nahrungsmittel. „Steckt ja auch eine Menge Arbeit drin. Und während der Brachzeit der Äcker verdient man natürlich nichts“, sagt Gida Gouveia Henriques. Die 27jährige bearbeitet 6000 Quadratmeter Land in Arco de São Jorge, an der Nordküste Madeiras gelegen. Das Land, das sie von den Eltern erhielt, mußte ein Jahr lang entschlacken, bevor es zum Winterende 2008 reif für den biologischen Anbau war. Gilda hat in Festlandportugal Agrarwissenschaft studiert und während ihres Praktikums in der Algarve die „cultura biologica“ kennengelernt. „Das ist da ein riesiger Trend, und ich dachte mir: Wenn das in der Algarve so gut funktioniert, warum nicht auch auf Madeira? Schließlich sind unsere klimatischen Bedingungen hier ja erheblich besser.“ So erwirtschaftet die Agraringenieurin einen Teil des Lebensunterhalts durch den Verkauf ihrer Ernte auf dem Bio-Markt. Einen anderen Teil verdient sie sich als Leiterin von Kursen für zukünftige Bio-Bauern.

Am Nachbarstand bietet Manuel Isidro seine Waren an. Der 31jährige Bio-Bauer ist seit 2002 dabei; zunächst nebenberuflich und dann ganz – mit Hand und Herz. Den biologischen Anbau lernte Manuel in Frankreich und Italien kennen, wo er als Saisonarbeiter auf Landwirtschaftsplantagen arbeitete. Heute bestellt der junge Mann neun Hektar Land (=90.000 Quadrat meter) in Santana an der Nordküste Madeiras. Auf dem riesigen Landgut weiden auch Kühe. Derzeit nur vier, den Bestand an Rindern will Manuel in den nächsten Jahren deutlich erhöhen, um dann auch Bio-Fleisch feilzubieten. Die Europäische Union übernimmt die Hälfte der Kosten des Landwirtschaftsbetriebs. Das gibt dem Bio-Bauern für die ersten Jahre Luft. Das Projekt kann aber nur funktionieren, wenn auf Madeira der Bedarf nach Bio-Produkten wächst. Die Waren auf dem kleinen Markt im Herzen Funchals verdienen ein großes Publikum.

Öffnungszeiten: mittwochs von 11 – 18 Uhr, außer der Mittwoch fällt auf einen Feiertag.

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