Bauernmarkt
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Sonntags ist Bauernmarkt

9. Februar 2008

Supermärkte im Schnitt um 25 Prozent teurer

Ein Pick-Up kurvt durch die bäuerliche Siedlung. Das Megafon auf dem Dach des Führerhauses verzerrt die Worte des Fahrers: „Leute, kommt herbei. Ich kaufe eure Kartoffeln, 30 Cent das Kilo.“ Der Zwischenhändler sammelt landwirtschaftliche Produkte für die Supermärkte, die die Ware mehr als doppelt so teuer verkaufen. Nur wenige Bauern schleppen ihre Kartoffeln zum Wagen, wo sie abgewogen werden. „Lumpige Cent für so viel Knochenarbeit,“ schimpft Candida (68), die nicht verkauft. „Unsere Kartoffeln sind nur für den Eigenbedarf.“ So machen es viele. Ein anderer Teil der Bauern (8,5 Prozent) verkaufen mit knapper Rendite auf Bauernmärkten - den alten und den neuen. 

Die großen Markthallen in der Altstadt von Funchal sind bekannt. „Mercado dos Lavradores“ - „Landarbeitermarkt“ heissen sie. Da bieten traditionell die Bauern ihre Ernte zu fairen Preisen an. Heute sind wirkliche Kleinbauern nur noch am Freitag und Samstag Morgen vertreten. Die Stände im Obergeschoß besetzen kommerzielle Händler mit gesalzenen Touristik-Offerten.

Der sonntägliche Markt von Santo da Serra hat sich vom Bauernmarkt fast zum Volksfest entwickelt. Da wird zwischen den Kisten mit Obst und Gemüse heißes Knoblauchbrot serviert und die traditionelle Poncha sorgt für Euphorie.

Nüchtern dagegen sind die neu entstandenen Bauernmärkte. Bauern, die sonntags dort ihre frisch geernteten Kartoffeln verkaufen, nehmen durchschnittlich 45 Cent das Kilo. Das macht kaum den verlorenen Tag wett. Sandra (24) kocht mit ihrer Schwester unter der Woche Früchte aus dem eigenen Garten ein. Die Marmelade verkauft sie dann auf dem Bauernmarkt. Wenn keine Kunden am Stand stehen, liest sie Bücher. Vier Euro kostet ein Glas. Die Marmelade im Supermarkt ist da billiger, aber eben nicht hausgemacht. Allerdings unterschreiten die meisten Produktpreise auf den neuen Bauernmärkten die Preise der Supermärkte. Mitunter ist das Preisgefälle frappant. Bei Broccoli zum Beispiel: 1,35 EUR direkt beim Erzeuger zu 2,98 EUR im Supermarkt. In der Regel können 25 Prozent eingespart werden, wenn man sich sonntags aufmacht zu den Bauernmärkten in Santana, Prazeres, Santa (Porto Moniz) und Canhas (Ponta do Sol). Sie sind in der Regel von 8 – 18 Uhr geöffnet, sofern der Sonntag nicht auch ein Feiertag ist. Um sie zu finden, folgt man nur den grünen Straßenschildern, auf denen „Mercado dos Agricultores“ geschrieben steht.

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