Madeira als Fahrradtour

11. November 2007

Feuchtfröhlicher Gesellschafterausflug auf der steilen Atlantik- Insel

Balance war da! Balance, das ist der freakig-renommierte Fahrradladen aus Bochum. Fröhlich waren die professionellen Zweiradliebhaber schon immer. Schwitzefeucht wurden sie nun beim Trampeln auf den anstrengenden Strecken des Eilandes. Doch – wie immer – saß Balance fest im Sattel. „Wer hier Spaß haben will, der sollte ein paar Kilometer Training in den Beinen mitbringen“, sagte Henning zum Schluß des einwöchigen Trips nach Madeira. „Vor allem müssen die Räder gute Bremsen haben“, resümmiert Georg. Fahrradfahren auf Madeira ist ein endloses Auf und Ab. Fast eine Sisiphusarbeit, ohne Stein zwar, dafür auf Rädern. Um ehrlich zu sein: Von den neun Gesellschaftern schwangen sich eigentlich nur vier in den Sattel. Und auch diese Unerschrockenen bezwangen die knapp zweitausend Meter hohen Gipfel nicht per Muskelkraft. Bei einem kleinen Ausflug auf der holperigen Steilküste, 150 Meter über dem Felsstrand, rutschte den Radlern nicht der Reifen vom Weg, aber das Herz in die Hose. „Da konnten wir zuletzt nur noch schieben. Dazu braucht man den doppelten Platz. Eine echte Grenzerfahrung über dem Abgrund.“ Alle überlebten zum Glück.

Balance startete vor fast 25 Jahren als alternatives Projekt. Alternativ sind die Gesellschafter immer noch. Zumindest in einem Sinn: die acht Männer und eine Frau gelangten über ungewöhnliche Wege in die Fahrradbranche. Ulli, einzige Dame bei Balance, ist Theologin. Ihre männlichen Kollegen nicht minder illuster: Arzt, Architekt, Elektrotechniker, und der Werkstattleiter schimpft sich „Philosophicus“. Das alles hat wenig mit dem Drahtesel zu tun, den es ja eigentlich auch nicht mehr gibt: Der Laden ist weit über die Grenzen Bochums hinaus bekannt, weil er Sachkompetenzen und Kreativität mit moderner Fahrrad - Technologie verbindet. (www.balance-fahrradladen.de)

Gesellschafterausflug und Workshop zugleich war der Trip nach Madeira. Wanderungen und Betriebsreflexionen wechselten einander ab. Die einen schwitzten in der Sonne, während die anderen auf dem Fahrrad zerflossen. Gemeinsam fuhren sie auf der „Ribeira Brava“ (www.lobosonda.com) ins Meer hinaus, sahen Schnabel-Wale und sogar eine Walmutter mit ihrem Baby. „Die Woche war klasse“, sagten alle neun zum Schluß. „Wir hatten uns ein ganzes Ferienhaus gemietet, wo wir leben, essen und trinken und auf der Sonnenterrasse mit Meerblick tagen konnten. Es war echt gemütlich und kuschelig.“ Dona Fernanda, die Eigentümerin, hatte der Gruppe am Ankunftsabend Thunfisch aus dem Backofen und Hauswein serviert (www.madeira-ferienhaus.de) Da ahnten die Fahrradliebhaber zwar schon, welche Strapazen an den steilen Hängen Madeiras auf sie warteten, aber gespürt an Leib und Seele haben sie es erst an den Folgetagen. Die Radtour auf dem Paul da Serra (unser Foto zeigt die Vorhut), entlang der kleinen Levada und mit prachtvollen Ausblicken auf Berge und Küste, wurde so ein echter Erfolg

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