Reid s Hotel
Strenge Kleiderordnung im Reid s Hotel

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Ich packe meinen Koffer...

16. Juli 2007

Nur wenige Dinge braucht man wirklich

Am besten war ein englischer Lord. Der Stammgast im renommierten Reids Hotel hatte den früheren Tourismus-Chef Madeiras zum Frühstück eingeladen. Die beiden kannten sich über viele Jahre hinweg, waren aber in ihrem Verhältnis immer förmlich geblieben. Nicht allein aus diesem Grund, sondern auch wegen der rigiden Kleiderordnung in der First-Class-Herberge erschien der Madeirenser zur verabredeten Stunde geschniegelt und gespornt im Hotelrestaurant. Kurz darauf trat seine Lordschaft ein - im Bademantel und mit Badeschlappen an den bloßen Füßen .Dem Eingeladenen war das Frühstück ein harter Brocken. Der englische Lord freilich zeigte zumindest mit seiner Fußbekleidung, dass er sich in Madeiras Eigenarten gut auskennt. Denn Badelatschen, noch besser aber Plastiksandalen im Reisegepäck sind das Grundkapital für einen gelungenen Madeiraurlaub, zumindest, wenn ein Bad im Meer auf dem Urlaubsprogramm steht. Wie allgemein bekannt, kann man auf der Atlantik-Insel mindestens von Mai bis Dezember baden. Doch die steinigen Strände sind eine Tortur für ungeübte Füße. Badelatschen helfen über spitze Kanten hinweg. Der Hit aber sind Plastiksandalen, die auch beim Schwimmen am Fuß bleiben. Da kann der Weg rein in die Fluten noch so steinig sein! Vermutlich führt der englische Lord auch Anzug und Krawatte in seinem Reisegepäck dabei. Zum Abendessen im Reid's wird er sich gewiß des Morgenrocks entledigt haben. Normalsterbliche benötigen für ihren Madeiraurlaub weder Anzug noch Abendkleid, sofern sie nicht vorhaben, groß einzukehren oder die Spielbank zu sprengen. Freizeitkleidung paßt zu 95 Prozent der Restaurants und Hotels. Wichtig ist ein ganz anderes Kleidungsstück: der warme Pullover für die Abende. Auch im Sommer kühlt es sich abends merklich ab. Wer gar ein Ferienhaus in luftiger Höhe gemietet hat, wird froh sein, dank des wärmenden Kleidungsstücks die Abende auf der Terrasse oder dem Balkon genießen zu können. Im Winter sind besonders „Frierige“ mit zwei übereinander zu tragenden Pullovern gut beraten. In der Regel stehen nur kleine fahrbare Ölradiatoren zur Verfügung, wenn man Glück hat, verfügt das Haus über einen Kamin. Zu diesem Thema ist noch wichtig zu wissen, dass es bis zum Jahresende meist eher warm ist, weil der Atlantik die Sommerwärme speichert. Dafür aber kann es auch im Mai manchmal noch recht kühl sein, weil sich der Ozean noch nicht wieder erwärmt hat. Raus aus der Kälte, rein in die Sonne! Das Thema heißt Sonnencreme. Sie sollte man von zu Hause mitbringen. Auf Madeira findet man zwar alle Sorten, aber die Preise dafür sind gesalzen. Das gleiche gilt für Deos und Körperlotion. Wer sich stundenlang in praller Sonne bewegen will, braucht vermutlich auch Magnesiumtabletten oder andere Mineralstoffe, die beim vielen Schwitzen verloren gehen. Auch solche Dinge passen immer noch gut in den Koffer hinein, ebenso wie der Anit-Mückenstift aus dem heimischen Drogeriemarkt. Wanderführer und Wanderkarten sind zu Hause leichter erhältlich als auf Madeira, vorausgesetzt, man kann in einer großstädtischen Buchhandlung einkaufen. Ansonsten findet man inzwischen auch in kleineren Orten auch deutschsprachige Angebote. Wer sich den Flug der Falken oder Cagarras näher anschauen möchte, bringe ein Fernglas mit. Auf die Taschenlampe sollten Wanderer nicht verzichten. Beim Einpacken von Hosen kann man dafür sparen: sollte es nicht reichen, findet sich leicht ein günstiges Angebot in der Inselhautpstadt Funchal. Leinenhosen oder Markenjeans sind z.B. auf der Rua dos Ferreiros (nahe dem gelben Colombo-Platz) um einiges billiger als daheim. Die Wanderschuhe übrigens packen die meisten Madeira-Gäste nicht in den Koffer, sondern – um kostenpflichtiges Übergewicht beim Einchecken ins Flugzeug zu vermeiden – ziehen sie einfach an die Füße. So sieht man dann im Flugzeug erstaunlich viele Reisende mit Wollsocken sitzen.

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