Pico do Facho
Blick auf die Ponta Sao Lourenco

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Natur und Technik

20. Mai 2007

Gute Aussicht vom Pico do Facho

Die Autoschnellstrasse führt heute in wenigen Minuten von Machico nach Caniçal. Die kurvenreiche alte Landstrasse vom Dorfzentrum hoch zum Tunnel nach Caniçal wird weniger benutzt. Und den Aussichtspunkt „Pico do Facho“ kennen auch nicht mehr so viele Touristen. Dabei ist der kleine Abstecher wirklich lohnend.

Unmittelbar vor dem Eingang in den Tunnel, von Machico über die alte Landstrasse nach Caniçal fahrend, geht es rechts ab, Richtung Meer. Manche Wanderer parken hier, um linker Hand den Weg entlang der Levada do Caniçal und über die Boca do Risco nach Porto da Cruz zu beginnen. Das gut ausgebaute Sträßchen führt durch die Landwirtschaft auf eine Fels-Kuppe, den Pico do Facho.

Der Aussichtspunkt besteht aus mehreren kleinen Terrassen, mit Tischen und Bänken, sogar einen Grillplatz gibt es hier, allerdings kein Wasser. Hier oben gab es einen ständigen Aussichtsposten zum Schutz vor Piraten. Die meistens aus Norden kommenden Boote konnten hier schon von weitem gesichtet werden. Auch zusätzliche Beobachtungsposten auf Porto Santo lagen im Blick. Leuchtfeuer und Fackeln, „fachos“ eben, dienten der Verständigung. So konnte die Bevölkerung unten im Dorf gewarnt werden, ihre Habe und sich selbst in Sicherheit zu bringen. Nachdem die Einwohner von Machico zusätzlich Befestigungsanlagen im Dorf gebaut hatten, war diese Methode sehr erfolgreich.

Der Ausblick ist grandios. Als erstes wird einen wohl der Blick zum Flughafen gefangennehmen. Die Landebahn ist fast in voller Länge zu sehen. Besonders die abfliegenden Maschinen in ihrem Steigflug sind beeindruckend nah und gut zu erkennen. Dass der Aussichtspunkt zu einer Aussichts-Terrasse geworden ist, macht ihn sicherlich nicht nur für Kinder interessant. In nördlicher Richtung blickt man weit in das dichtbebaute Tal von Machico hinein zum Portela-Pass.

Geradeaus, Richtung Südosten, schweift der Blick zu den Desertas, und man stellt sich vor, wie die Walbeobachter von ihren hohen Posten aus das Meer absuchten, um den Walfängern in Caniçal Zeichen zu geben, wo die grossen Säuger zu fangen seien. Bis heute gilt die Meerenge bei Caniçal als günstiger Platz, um den Meeressäugern zu begegnen.

Der Blick Richtung Osten ist besonders schön. Ein unerwartet liebliches Tal, weit dahinter die Ponta São Lourenço und am Horizont, bei guter Sicht, die Insel Porto Santo. Nicht die grünen Steilhänge, die atemberaubenden Felsabstiege, die wilde Küste beeindrucken hier, sondern die fast schon flach zu nennende, schmale Halbinsel Ponta São Lourenço, umrahmt vom Atlantik, mit trockenem Gras und vielfarbigen Felsen. Das letzte Stück vor Caniçal, eben das lieblich grüne Tal, wird noch von der Levada bewässert. Danach bleibt die Landschaft trocken, wenn es nicht regnet. Man bekommt einen Eindruck von Madeira, wie es ohne das Levadasystem aussähe.

Zurück geht es über die kleine Zufahrtstrasse durch Felder und Wiesen zur alten Landstrasse nach Caniçal. Ein hübscher Abstecher auf der Runde durch den Osten.

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