Porto Santo - Calheta
Am Strand von Porto Santo wollen Ronaldo und Figo bauen

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Golden Goal?

13. März 2007

Ronaldo, Figo und Deco ballern auf Porto Santo

80tausend Quadratmeter Küstenstreifen kaufte eine Gruppe hochdotierter Fußballprofis auf der Atlantikinsel Porto Santo zusammen. Kaufpreis: 8 Millionen Euro.

Auf dem letzten „unberührten“ Flecken hinterm Goldstrand von Porto Santo soll eine Tourismusanlage entstehen. Die Wochenzeitung „Sol“ aus Lissabon meldet, daß die portugiesischen Fußballstars Ronaldo, Figo, Deco und andere einen Teil ihres Geldes in ein Edel-Resort investieren wollen. Ein Rechtsanwalt der Ballartisten sei bereits beim Bürgermeister des Mini-Eilands vorstellig geworden, um das Bauvorhaben zu erörtern. Christiano Ronaldo, das international gefragte Nachwuchstalent, entstammt einem Armenviertel der Hautpstadt Madeiras und kennt die 40 km entfernte Insel schon lange. Von klein auf wünschte sich der Junge Ferien auf Porto Santo. Denn dort gibt es den neun Kilometer langen gelben Sandstrand, von dem ein jeder Madeirenser träumt, der schon einmal blutige Schrammen von den großen Kieselsteinen der Heimatstrände davontrug. Das Riesengelände, das die Profis erworben haben, liegt an der Südwestküste Porto Santos. Der Grüngürtel zwischen dem Sandstrand und der mäßig befahrenen Straße nach Calheta bietet derzeit nicht nur Ziegen Nahrung. Auch der in Mitteleuropa selten gewordene Wiedehopf hat dort einen prächtigen Lebensraum gefunden. Bald wird der scheue schöne Vogel auf den immensen Golfplatz ausweichen müssen, an dessen Rand die ursprüngliche Flora durch den Maschendrahtzaun wächst und Sträucher und Büsche Deckung bieten. Golfer tummeln sich auf dem weitflächigen Grün recht selten. Dies ist bereits das dritte großkalibrige Tourismusprojekt hinterm Goldenen Strand von Porto Santo. Wird die nur 45 Quadratkilometer große Insel zum Treffpunkt der Reichen und Schönen? Die neu entstehenden Arbeitsplätze können von Arbeistkräften aus Porto Santo und Madeira wohl kaum vollständig besetzt werden. Spanische Kellner und Zimmermädchen, zahllose Kräfte aus Osteuropa werden herbeieilen, um den tausendfachen Bedarf abzudecken. Schon jetzt sieht der aufmerksame Beobachter in Randzonen des Hauptortes der kleinen Insel schlichte Reihenhäuser entstehen, die den zukünftigen Angestellten des Hotelgewerbes und ihren mitreisenden Familien Unterkunft zu bieten vermögen. Die Stimmung auf der Insel dürfte einer Zerreißprobe ausgesetzt werden. Die nur 5000 Einwohner sind sehr bodenständig und heimatbezogen. Bisher ist Porto Santo völlig provinziell ausgelegt und auf „High Life“ und „Multikulti“ in keiner Weise vorbereitet. Ein spannendes soziales Experiment.

 

Ronaldo, Figo und Deco wollen eine Luxus-Ferienanlage mit drei- bis vierhundert Betten für betuchte Urlauber kreieren. Die vielen Fußballbegeisterten, die gern einmal in einem Hotel „ihrer“ Stars schlafen wollen, bringen das nötige Kleingeld vermutlich nicht auf. Ist demnächst Porto Santo der Insider-Tipp für die finanzielle Oberliga oder wird womöglich das „Golden Goal“ der portugiesischen Ballartisten ein Eigentor?

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