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Die Bevölkerungszahl Madeiras nimmt ab

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Eine Hochzeit und zwei Todesfälle

18. März 2007

Das Ping Pong der Statistik

Ob Madeiras Liebespaare weniger Zuneigung füreinander hegen als zuvor, sagt die amtliche Statistik, die unlängst veröffentlicht wurde, nicht. Die Statistiker resümieren nüchtern, daß die Zahl der Eheschließungen gegenüber dem Vorjahr um rund sechs Prozent zurückgegangen ist. Die Sterberate hingegen steigt auch in Madeira: um fast vier Prozent. In Madeiras kleinstem Verwaltungsbezirk Ponta do Sol starben gar 30 Prozent mehr Menschen als 2004 (Hochzeiten 2005 insgesamt: 1381, Todesfälle: 2700). Die Bevölkerungszahl bleibt allerdings konstant. Unverdrossen bringen die madeirensischen Frauen Kinder zur Welt. Mit 2957 Geburten in 2005 ist das Schreckgespenst einer Entvölkerung von der Insel gejagt.

Deckt man die amtliche Zahl von 245 197 gemeldeten Einwohnern mit dem Vergleichsjahr von 1955 ab, fällt ein deutlicher Schwund auf: 10 000 Einwohner hat Madeira innerhalb der vergangenen 50 Jahre verloren. Obwohl auf der Insel eine Überalterung der Bevölkerung noch kein Thema ist (100 Jungen stehen 72 Alte gegenüber) wird sich die Schwundbewegung aller Wahrscheinlichkeit nach fortsetzen. Bei dem zu erwartenden Anstieg der Arbeitslosigkeit werden auch in Zukunft vor allem junge Madeirenser auswandern. Auch zeichnet sich bei jungen Müttern der Mittelschicht ein Hang zur Ein-Kind-Mutterschaft ab. Diese Überlegungen hinsichtlich eines anhaltenden Bevölkerungsschwunds sind nicht Bestandteil der amtlichen Statistik 2005. Daher zurück zu den Zahlen. Auf der 45 Quadratmeter kleinen Nachbarinsel Porto Santo leben lediglich 5000 Menschen. Die Hauptinsel Madeira, die 57 Kilometer lang und 22 Kilometer breit ist, ist im Ballungsgebiet Funchal dicht besiedelt (1330 Bewohner pro Quadratkilometer). Der Inseldurchschnitt liegt bei 296 Bewohner pro Quadratkilometer: Auf dem Lande ist die Bevölkerungsdichte deutlich geringer. Spitzenreiter in der „Ausdünnung“ ist der nordwestlichste Verwaltungsbezirk Madeiras. Porto Moniz zählt gerade einmal 33 Einwohner pro Qudratkilometer.

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