Museum Modern

17. Januar 2007

Naturkunde und Geschichte Madeiras multimedial erleben

Wie an anderen Touristen-Orten finden sich auch auf Madeira multimediale Ausstellungen zu den Themen Geschichte und Naturkunde. Das Madeira Story Centre in der Altstadt, gleich bei der Talstation der Seilbahn, und auch der Parque Temático in Santana locken mit auffälliger Werbung Gross und Klein.

Wer das Madeira Story Centre in Funchal aufsucht, steht vor einem repräsentativen, mehrstöckigen Gebäude und wird in einer Halle empfangen. Die Geräusche aus dem Lautsprecher sind verheissungsvoll. Auf den ersten Blick ist die eigentliche Ausstellung dann doch eher klein. Wer sich hinein vertieft, kann jedoch vergnügliche Stunden dort verbringen. Der Geschichte Madeiras begegnet man in nachgestellten Szenen: grosse Figuren in historischer Kleidung mit vielen Accessoires als Momentaufnahmen der historischen Ereignisse. So sieht man die Kapitäne vom Deck ihres Schiffes aus Madeira entdecken. An der Wand befinden sich riesige Kopien alter Weltkarten, die der Besucher herausziehen und betrachten kann, um die damaligen Kenntnisse über die Welt nachzuvollziehen. Reizvoll gleich nebenan das erste Computerspiel: Bauen Sie Ihr eigenes Boot. In wenigen, einfachen Schritten baut der Besucher hier sein eigenes „Entdecker-Schiff“. Wer gut beobachtet hat, weiss, ob er ein oder zwei Decks braucht und wieviele Masten errichtet werden sollen. Er segelt am Schluss des Spiels auf dem Bildschirm davon. Wer einen Konstruktionsfehler begeht, sieht sein Schiff schliesslich auf den Grund des Meeres sinken. Mit solchen interaktiven Spielen am Bildschirm gewinnt man Einblick in den Zuckerrohr- und Weinanbau, in den Kampf gegen Piraten und in die Entwicklung von Handel und Tourismus. Immer wieder muss der Besucher selbst etwas tun: Fässer öffnen, um den Inhalt der Schiffsladung zu erschnuppern, Handelspartner auf einer Weltkarte markieren, die Räder der Zuckermühle in Gang bringen.

Im obersten Stock befindet sich eine Terrasse mit typisch madeirensischen Pflanzen – diese verkümmern allerdings in den Balkonkästen und die mächtigen Bäume, die man ausserhalb des Gebäudes vor sich sieht, sind von viel größerem Reiz. Das Café im Erdgeschoss dagegen ist wegen der angenehmen Ruhe zu empfehlen, ebenso der „Museums-Shop“ mit ungewöhnlichen Souvenirs.

Im Madeira Story Centre gibt es neben Englisch und Portugiesisch auch deutsche Erläuterungen. Auch das Personal spricht deutsch.

Im „Parque Temático da Madeira“ ist das nicht der Fall. Wer nicht gut englisch oder portugiesisch spricht, kann die Erläuterungen und Beschilderungen daher nicht verfolgen, und wird dies sicherlich bedauern, denn auch hier gibt es gut gemachte Ausstellungen und Szenen zur Geschichte der Insel. Für die Fahrt mit einer Art Geisterbahn zurück in die Zeit der Entstehung der Insel und auch für den Höhepunkt des Parks, die „fantastische“ Reise durch Madeira und Porto Santo, sind die Sprachkenntnisse nicht mehr ganz so wichtig. Und wer den Handwerkerinnen und Handwerkern bei der Arbeit zuschaut, kann ebenfalls ohne viele Erklärungen folgen. Es wird gestickt und geschmiedet, gebacken und Körbe geflochten, auf die alte Art, von der die älteren Madeirenser noch erzählen können. Vom vielen Lernen und Aufnehmen müde geworden, locken der Gondelteich und die auch für Erwachsene aufregenden Spielgeräte im oberen Teil des Parks. Hier können sich müde Geister erfrischen.Über die neue Via Expresso von Machico in den Nordosten ist der Weg nach Santana sehr verkürzt worden. Dennoch bleibt der Themenpark vermutlich vor allem eine Attraktion für Einheimische.

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