Fangfrisch

10. Januar 2007

Feriengast zieht Riesenbeute an Land

Zwölf Kilo Lebendgewicht hielt Otmar Schall, 53, zu guter Letzt in seinen Armen. Zuvor kämpfte der Freizeitfischer eine halbe Stunde lang mit dem Wolfsbarsch, eher der Raubfisch aufgab.Der Madeira-Tourist aus Lippstadt hatte seine Angelrute aus der Heimat mitgebracht. Samt einer Schnur von 300 Metern Länge, die er im Zweikampf mit dem kräftigen Meeresbewohner tatsächlich voll nutzen musste. In den Tagen vor dem sensationellen Fang hatte Otmar Schall zwischen Lugar do Baixo und Madalena do Mar geangelt. Dabei hatten aber nur kleine Köderfische gebissen. Die setzte der Hobbyangler dann an Strand von Paúl do Mar auf den Haken. „Man merkte sofort, hier beißen Größere an.“ Otmar Schall witterte seine Chance. Paúl do Mar ist ein altes Fischerdorf auf dem Weg zur wilden Westspitze Madeiras. „Wir sind nach den verheißungsvollen Erstbissen anderntags sofort wieder dorthin gefahren.“ Fische sind klug. Sie fressen den Köder um den Haken herum ab. „Aber einer biß denn doch beherzt zu. Als er merkte, daß er am Haken hing, schwamm er mit aller Macht ins offene Meer zurück. Ich mußte meine Position am Strand wechseln, um mithalten zu können. Die Schnur war schnell abgewickelt.“ Der Angler begann nun mit dem Drill, wie es in der Fachsprache heißt. Man zieht, man gibt nach. Der anderthalb Meter lange Wolfsbarsch hat enorme Kraft. Auch er zieht kräftig. Wer macht wen müde? Nach einer halben Stunde zieht Schall seine erschöpfte Beute an den Strand. „Das halbe Dorf war auf den Beinen und hat zugeschaut“, schildert der Lippstädter den Augenblick seines Triumphs. Da Otmar Schall gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin ein Ferienhaus gemietet hatte, konnten die beiden den Fisch sofort in der eigenen Küche zubereiten. „Das war ein Hochgenuss! ... Natürlich haben wir das riesige Tier zu zweit nicht aufgekriegt.“ So machte der stolze Angler mit seinem kapitalen Fang noch weitere Leckermäuler glücklich. Das Fischfleisch war mager, konsistent und hatte die ganze Frische des gerade angebrochenen Neuen Jahres. Petri Heil!

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