Kater Bimbo
Beim Fressen

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Kinderseite

24. Dezember 2006

Der kleine Kater Bimbo hat riesiges Glück

„Wenn ich einmal gross bin, werde ich ein Elefant“, meint Bimbo. Weil er so heisst, wie die Zirkuselefanten heissen. Aber der kleine Bimbo wächst schon lange nicht mehr. Und so wird kein Elefant aus ihm. Eher gleicht Bimbo den Kaninchen, die seine besten Freunde sind.

Bimbo wuchs nämlich unter Kaninchen auf. Das passiert auf seiner Heimatinsel Madeira nicht alle Tage. Der kleine Kater hatte riesiges Glück, dass es die Kaninchen überhaupt gab und sie es gut mit ihm meinten. Das kam so: Als der Sack aufplatzte, den ein Mann in Ponta do Pargo über die Klippe geworfen hatte, wurde Baby Bimbo hinausgeschleudert. Dabei brach er sich ein Ohr. Das tut bei Wind immer noch weh. Trotzdem erging es dem Katzenbaby weit besser als seinen Geschwistern, die mit dem Sack im Meer landeten. Und die Bimbo deshalb nie wieder sah. Der kleine Kerl musste höllisch aufpassen, dass er am steilen Abhang nicht den Halt verlor und abstürzte. Das tappsige Katzenbaby erklomm unter Leibeskräften die Klippe und lag dann erschöpft auf einer Landstrasse, als ein schweizer Paar im Auto dahergefahren kam. Die beiden Menschen hielten an und nahmen das Baby mit. Bimbo schlief fortan im Kleiderschrank eines Vier-Sterne-Hotels. Eigentlich wollten die Schweizer den kleinen Kerl ins Land der Milch und Schokolade mitnehmen. Aber das Katzenbaby wurde von Tag zu Tag schwächer. Eine Flugreise und die pieksende Nadel des Tierarztes hätte es kaum überlebt. So gelangte Bimbo in eine andere Bleibe, wo er nicht mehr im Versteck gehalten werden musste. Die neue Bleibe war ein warmer Stall auf Madeira. Mit sieben freundlichen Kaninchen darin – weisse, graue und ein schwarzes. Wenn sich die Kaninchen abends zusammenkuschelten, lag Bimbo mitten unter ihnen und bekam von allen Seiten behagliche Wärme. Sie beschnupperten ihn argwöhnisch. Der kleine Kater roch nicht so, wie ihre Babies gewöhnlich rochen. „Sei's drum“, sagte aber der älteste Hase und gab mit seiner Nase dem Kätzchen einen freundlichen Stups. Bimbo kam zu Kräften, wuchs, und als die Kaninchen Babies hatten, frass er sie nicht auf. Nein, Bimbo leckte sie ab. Von hinten nach vorne und auch unterm Bauch. Aus Dankbarkeit gegenüber seinen Kameraden, die ihn aufgenommen hatten. „Und ausserdem, weil sie ein bisschen nach mir riechen sollen. Ich bin nämlich ihr Freund“, sagte Bimbo. Im Sommer, wenn die Kaninchen die Pusteblumen abknabbern, isst der Kater mit ihnen auf der Wiese. Ihm schmecken die Pusteblumen sehr gut. Auch fängt er kleine Eidechsen. Doch die isst Bimbo ganz allein. Seine Freunde nehmen die Einladung zum Essen nie an. „Freunde sind nicht in allem gleich“, sagt Bimbo. Aber zusammen verspeisen Kater und Kaninchen gern in Wasser aufgeweichtes Brot aus einem gemeinschaftlichen Topf. Das Brot hat der kleine Kater den Hühnern gemopst. Für sich und seine Kameraden, die sein riesiges Lebensglück sind. Die Hühner interessiert das leider nicht. Wegen des Brotdiebstahls machen sie ein grosses Geschrei und gackern und krähen lange. Und immerzu, auch wenn das Brot längst aufgegessen ist.

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