Proviant
Butterbrot und Möhren zum Mitnehmen

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Proviant für unterwegs

5. Dezember 2006

Wandern macht hungrig

Vergeblich halten müde Wandersleute Ausschau nach einem Erfrischungskiosk oder wenigstens einem Getränke- und Eisautomaten. Madeira ist reich an natürlichen Panorama-Picknick-Plätzen entlang der Wanderwege. Doch Ess- und Trinkbares befördert dorthin ausschließlich der eigene Rucksack.Am besten man kauft man vorher etwas ein. Das in den kleinen Läden angebotene Obst und Gemüse stammt meist von den Nachbarn. Es ist frisch, preiswert und in natürlicher Umgebung gewachsen. Auch wenn die lokalen Produzenten in der Regel Pflanzenschutzmittel verwenden, ist die Ware gewiss „natürlicher“ als die Angebote in den Supermärkten, die oft aus gigantischen spanischen Obst- und Gemüsefabriken angeliefert werden. Brot gibt es jeden Morgen frisch. Auf Wunsch schneidet die Inhaberin der „Merçearia“ ein paar Scheiben Käse auf der Maschine. Studentenfutter gibt es in der Variante „salzig-süß“. Auch Mandeln oder gar Cashewkerne liegen nicht selten im Sortiment – allerdings recht teuer. Milch gibt es auf Madeira nur als ultrahocherhitztes Produkt. Die H-Milch besteht zu einem kleinen Teil aus Rohmilch heimischer Kühe, der größere Teil ist mit madeirensischem Wasser angerührtes Milchpulver. - Oft gehen Wanderwege an Dorfschaften vorüber. Eine Kneipe findet sich dort immer. Auch wenn „Snackbar“ dransteht, werden dort oft nur Süßigkeiten angeboten, doch sollte es „Sandes“ geben – zugreifen! Dieses dem englischen nachempfundene Wort bezeichnet ein aufgeschnittenes Brot mit allerlei Überraschungen drin. Oft kann man sich an der Theke aussuchen, welche Füllung man möchte: ein kleines Espadafilet oder eine Portion „Carne com Vinho e Alho“ zum Beispiel. Das ist dann schon eine richtige Mahlzeit. Sollte das Glück die Wandernden mit einem kleinen Restaurant beschenken, empfiehlt sich nicht unbedingt, ein opulentes Mahl zu bestellen. Die traditionelle Küche Madeiras ist recht fett und geizt mit Gemüse und Salat. Aber eine Gemüsesuppe gibt es überall, und die ist fürs Weiterwandern ideal. Jedes einfache Restaurant serviert frisch zubereitete „sopa de legumes“ mit Brot und Butter – die schmeckt ausgezeichnet, liegt leicht im Magen und ist preiswert. Am Wochenende trifft der Wanderer oder der Autowanderer am Strassenrand gelegentlich auf einen mobilen Grillstand. Die Hähnchen, die dort angeboten werden, sind seltsam flach – aber köstlich! Gleiches gilt für den „Bolo de Caco“, ein auf einem heissen Blech gebackenes Brot mit Knoblauchbutter. Und wenn man nach langem Wanderprogramm hungrig genug an so einem Stand ankommt, ist man geneigt zu glauben, dass Madeira eigentlich doch ein Paradies für Feinschmecker ist.

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