Steinbruch Ana Ferreira
Die Trachytsäulen am alten Steinbruch

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Orgelpfeifen unter freiem Himmel

21. November 2006

Porto Santo mit „sakralem“ Ort

Wer je von der Chaos-Theorie hörte, weiß das selbst in größtem Wirrwarr Strukturen von Ordnung enthalten sein können. Ein Grund zu glauben ist das nicht. Doch wenn Vulkanausbrüche solch ein filigranes Werk schaffen wie die mächtigen „Orgelpfeifen“ vom Pico Ana Ferreira, hält der Betrachter andächtig inne.Der Vorplatz ist weit und eben. Die „Orgelpfeifen“ die sich von ihm aus in den Himmel emporrecken, sind in Wirklichkeit sechseckige Trachytsäulen mit parallelen Seiten. Als hätte ein gigantischer Meister sie eigenhändig geformt und aneinander gefügt, jede einzelne gleicht der anderen. Fast 25 Meter hoch bauen sich die Säulen über dem Betrachter auf. Wenn ein Mensch an deren Fuß steht, scheint er klein und gering angesichts der in Form gegossenen Energie, die hier wirkte. Sakral ist der Ort gerade wegen der Naturgewalt, die hier so „ordentlich“ sich manifestiert. Es erschlägt einen förmlich, die blicke Eruption und das Feingeformte in einem Bilde zu erfahren. Die prismatischen Säulen befinden sich in einem alten Steinbruch, unterhalb des Gipfels Ana Ferreira im Westen Porto Santos. An vielen Stellen rechts und links liegen zerbrochene „Säulen“ herum, man kann sich vorstellen, dass der Berg Ana Ferreira zum grossen Teil aus diesem Lava-Material besteht. Eine geteerte Strasse gibt es hier nicht. Reisegruppen lassen sich in Geländewagen zum Steinbruch karren. Wanderer kommen der Aura des Ortes nachhaltig näher, wenn sie am Tenniszentrum von Porto Santo zur Kapelle São Pedro hochsteigen. An der Kapelle rechts abbiegen und dem kleinen Fußpfad folgen, der am Golfplatz entlang führt. Dann steigt ein Weg nach links auf, direkt zu dem Ort, an dem das von der Anstrengung schnell schlagende Herz alsbald zur Gleichmäßigkeit und Ruhe gelangt.

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