Ribeira Brava
Die Ribeira Brava im Hafen von Calheta

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Ein schwimmender Oldtimer

5. Februar 2006

Meerestiere Beobachten statt Fangen

Das grosse traditionelle Fischerboot war schon ausgemustert. Ein Liebhaber rettete und restaurierte es in jahrelanger Arbeit. Heute ist die „Ribeira Brava“ die letzte „Chavelha“ mit Trapezsegel vor Madeiras Küste.In alten Zeiten waren die Fischer vier, fünf Tage auf hoher See unterwegs, mit ein Dutzend Mann Besatzung an Bord. Heute fahren auf dem zwölf Meter langen Boot nur noch zwei Besatzungsmitglieder die maximal zwanzig Feriengäste aufs Meer hinaus: der Besitzer der „Riberia Brava“, Rafael Gomes, und sein Lehrmeister, ein alter Fischer. „Allein das Segel zu hissen ist eine Wissenschaft für sich,“ sagt Rafael. „Eigentlich braucht man dazu drei Männer, aber wir schaffen es zu zweit.“ Und noch einen Unterschied gibt es zu den alten Zeiten: Früher fuhr das Fischerboot hinaus, um einen guten Fang zu machen. Heute dagegen fährt die bunt bemalte Chavelha übers Meer, um Wale, Delfine oder fliegende Fische zu beobachten. Die Höchstgeschwindigkeit bei reinem Windantrieb liegt um die fünf Knoten. Das entspricht zehn Kilometern pro Stunde. Der 220 PS starke Turbo-Diesel-Motor schafft die doppelte Geschwindigkeit. Hautpsächlich besteht die „Ribeira Brava“ aus Mahagony-Holz. Sämtliche Metallteile an Bord (Reling, Tank, Leiter) wurden von Rafael Gomes neu angefertigt und installiert. Schliesslich ist der Mann gelernter Maschinenschlosser. Die Restaurierung des alten Fischer-Segelboots hat 130Tausend Euro verschlungen und drei Jahre gedauert. Die „Ribeira Brava“ ist mit zwei Rettungsinseln und 24 Rettungswesten ausgerüstet. Bei gutem Wetter fährt sie vormittags und nachmittags mit Touristen aufs Meer hinaus, dazu kommen gelegentlich Fahrten bei Sonnenuntergang. Gesegelt wird dabei übrigens nur ganz selten: zum einen müssen die Windverhältnisse hundertprozentig stimmen, zum anderen bekommt das veränderte „Fahrverhalten“ der Ribeira Brava durchaus nicht allen Passagieren. Und dass die Passagiere sich wohlfühlen, ist dem Kapitän schliesslich äusserst wichtig. Zu 70 Prozent ist sich Rafael Gomes sicher, Wale oder Delfine aufzuspüren. Die Fahrt kostet 27 Euro pro Person ab Hafen Calheta. Kinder zahlen die Hälfte. Informationen unter http://www.lobosonda.com .

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