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Mit dem Aufzug zum Meer hinab

17. Juli 2005

Canico de Baixo setzt auf Komfort

Ursprünglich war es eine einsame Bucht. Dann siedelte sich in den 60er Jahren ein Bayer in Canico de Baixo an. Er machte wenig später ein Restaurant auf. Das kleine „Lido-Schwimmbad“ folgte. Schliesslich kam ein Hotel hinzu. Heute stellt das Örtchen an der Südostküste Madeiras mit etlichen großen und kleinen Hotels eine touristische Hochburg und gleichzeitig die deutschsprachige Kolonie der Insel dar.Man findet dort alles, was fern der Heimat überlebensnotwenig ist: deutschen Kaffee, deutsches Bier, deutschsprechende Ärzte und vieles mehr. Kaum ein Ort Madeiras ist gepflegter. Das madeiraübliche Parken auf Gehwegen wurde auf Betreiben der deutschprachigen Gemeinde unterbunden. Die Parkanlagen befinden sich in mustergültigem Zustand. Ein alter Fußweg, der zur wilden Müllkippe zu verkommen drohte, wurde aus Spenden deutschsprachiger Residenten saniert. Zwei Promenaden führen am Meer entlang. Die ältere verläuft auf der Steilküste. Man schlendert in zehn Minuten von einem zum anderen Ende. Der Blick aufs Meer fokussiert dabei die drei Madeira vorgelagerten Inseln, die unter Naturschutz stehenden Selvagens. Eine neu angelegte Promenade (etwa 15 Minuten zu spazieren) führt längs des Meeres durch die Bucht von Canico de Baixo. An ihrem Ende ist ein Meeresschwimmbecken entstanden. Die Ingenieurleistung wird nicht uneingeschränkt gelobt. Viele der deutschsprachigen Residenten beklagen den Eingriff. Von der Terrasse des Galo-Hotels geht es mit dem Aufzug zum Lido-Schwimmbad hinab. Zwei Tauchschulen beherbergt der Ort, mit deren Hilfe man die schillernde Unterwasserwelt des Atlantischen Ozeans erkunden lernt. Schon vor Jahren erreichten die Taucher aus Canico de Baixo einen Meilenstein im Naturschutz: vor dem Ort und bis an den Rand von Funchal wurd eine Unterwassernationalpark errichtet. Das Gebiet steht unter strengem Schutz. Selbst wenn dieser nicht in zackig-preussischer Manier kontrolliert wird, hat die Tier- und Pflanzenwelt unter Wasser hier ein grossartigen Refugium. Und stolz erzählen die Freizeittaucher von ihren Begegnunen mit Mantas oder dem grossen Zackenbarsch – direkt vor dem Hotelstrand. Canico de Baixo ist gesegnet mit Restaurants unterschiedlichster Qualität. Hungrige Mäuler finden allerlei - vom Nobelspeiselokal bis hin zur Imbißstube. Nicht nur auf den Promenaden geht man autofrei. Durch den Ort oder aus dem Ort hinaus führen Spazierwege fernab der Straßen.

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