Praia Formosa
Einer der schönsten Strände der Insel

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Praia Formosa

8. Mai 2005

Der Badestrand von Funchal

Funchal erstickt fast an seinem innerstädtischen Verkehr. Da hebt sich wohltuend die Meerespromenade ab, die am Lido-Bad beginnt und fern von Autolärm und –gestank bis zur Praia Formosa führt.Der Fussmarsch dauert bei zügigem Tempo mindestens dreissig Minuten. Wer am Ziel ankommen will, muss rüstig sein. Es geht mitunter steil bergauf und bergab. Zuerst durchstreift man die Parkanlagen mit Palmen und reichen Blumenbeeten hinterm Lido-Bad. Der Weg führt wenig später ab zu einem Meeresschwimmbad hinunter, das mit Wasserspielplatz und Rutschen kinderfreundlich eingerichtet ist – der Ponta Gorda. Nach hartem Aufstieg erreicht man dann die Höhe der Klippe, auf der man an Supermarkt und Pizzeria vorbeispaziert. Ein einfaches, aber viel gerühmtes Fischlokal mit grossartigem Ausblick auf den Atlantik und über ein weiteres Meerschwimmbecken liegt linker Hand an den Treppen hinab zu den „Docas das Cavacas“. Hier führt die Promenade durch einen Felsentunnel, den der portugiesische Diktator im zweiten Weltkrieg heimlich bauen liess, um dort Waffen zu verstecken. Salazar traute seinem faschistischen Kollegen Hitler nicht über den Weg. Einen Blitzangriff der Wehrmacht auf Madeira wollte er nicht ausschliessen. Die Nazis benutzten bekanntlich die Atlantik-Insel als Ausflugsziel für ihre Kraft-durch-Freude-Dampfer. Wer war sicher, dass sie nicht plötzlich die Insel annektierten? Nach dem Tunnel kommt der Horror der Promenade. Eine Öl-Raffinerie steht im Weg, gleich neben zwei grossen Strandhotels. Es stinkt entsetzlich und man muss entweder vor der Raffinerie 200 m über grobe Kieselsteine steigen oder die Raffinerie grossräumig umwandern. Abends stehen auf dem Parkplatz neben der Raffinerie zahlreiche Pkws mit Liebespaaren. Wenn der Wagen wackelt, ist das natürlich der frischen Brise geschuldet, die vom Meer landeinwärts weht. Der Rest des Wegs ist gesäumt von lauschigen Strand-Kneipen mit lauter Musik. Dort kann man billig essen und trinken, sozusagen mit den Füßen im Wasser. Und dann beginnt sie, die Praia Formosa mit schwarzem Sandstrand, Sonnenschirmen, halbnackten Leibern, leeren Plastikflaschen und anderem Müll, herrlich trotz allem das Meer. Wo sonst in Madeira kann man ein paar hundert Meter mit nackten Füßen im Wasser spazieren? Der Sand ist fein genug, dass die Kinder damit „Kuchen backen“, zwischen einigen Felsen, die pittoresk in der Brandungszone verstreut sind, schwimmt man bequem und ungefährlich ins tiefere Wasser, es gibt Süsswasserduschen und einige Bänke.

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