Wellen in der Marina
Meterhohe Wellen schlagen in die neue Marina

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Jachthafen überflutet

29. Juli 2006

Marina von Lugar de Baixo ist nicht wetterfest

Selten peitscht die Brandung so kräftig gegen die Südwestküste Madeiras wie am vergangenen Donnerstag (10. Februar 2005). Da überwanden fünf Meter hohe Wellen die Hafenmauern und rissen mit großer Macht Stege im Hafenbecken weg. Da die Marina kaum frequentiert ist, kamen weder Personen noch Boote zu Schaden.„Das war abzusehen“, kommentierten die Fischer von Lugar de Baixo das Ereignis, „aber die Herren von der Regierung pfeifen ja auf unsere Erfahrung.“ In der Tat war den verantwortlichen Planern selber aufgefallen, daß bei der Anlage des Jachthafens Einiges aus dem Ruder gelaufen ist. Zum Beispiel ist die Fahrrinne am Hafeneingang bei Ebbe zu niedrig, so daß Boote beim Ein- oder Auslaufen auf Grund oder Fels zu laufen drohen. Um diesen Mangel zu beheben, waren wenige Tage vor der Springflut Unterwassersprengungen durchgeführt worden. Den Dilletantismus der Planung führten aber erst die hohen Wellen richtig vor, die die viel zu niedrig angelegte Hafenbefestigung mit großer Wucht überstiegen und im Hafenbecken wüteten. Anwohner, die namentlich nicht genannt werden wollen, beklagen, daß die Studien der örtlichen Strömungen und Brandung im Vorfeld nicht gewissenhaft genug durchgeführt worden sind. Die Sicherheitsphilosophie der Anlage sei darum unausgereift. Das liege unter anderem daran, daß der Regierungspräsident einen erheblichen Zeitdruck auf die Arbeiten ausgeübt habe. Der seit 25 Jahren mit absoluter Mehrheit gebietende Regierungschef Madeiras hatte den Termin für die Einweihung des Jachthafens auf drei Tage vor der Wahl zum autonomen Inselparlament im Oktober 2004 festgesetzt, um mit dem Festakt seine Wähler in der Region zu binden. Nun stehen aufwändige und kostspielige Arbeiten an, um die Marina von Lugar de Baixo nachträglich sicher zu machen. Die Verantwortlichen für die Fehlplanung halten sich dezent zurück. Die zwei Eingänge zum Jachthafen sind gesperrt worden und werden nun Tag und Nacht von Sicherheitsleuten bewacht.

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