Feuerwerk über Funchal
Silvesterfeuerwerk über Funchal

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Zehnminütiges Spektakel am Madeira-Himmel

29. Dezember 2004

Das weltberühmte Silvesterfeuerwerk lockt in diesem Jahr sieben Kreuzfahrtschiffe in die Bucht von Funchal

Seit Anfang Dezember laufen die Vorbereitungen. 150 professionelle Feuerwerker befinden sich im Einsatz, um die 41 Abschußrampen für die Feuerwerkskörper zu installieren. Die Zahl der besonders schwer zu fixierenden, weil auf dem Meer schwimmenden, Abschußrampen erhöht sich in diesem Jahr auf acht.Die meisten Körper werden von der Avenida do Mar aus in den Nachthimmel hochgeschossen werden. Über den gesamten Talkessel Funchals verstreut liegen Rampen. Selbst die Autobahn oberhalb der Hauptstadt dient als Abschußbasis. Kurz vor Mitternacht wird sie für den Autoverkehr gesperrt. Vierzehn verschiedene Farben verglühen im computergesteuerten Dauerbeschuß des Firmaments. Und wenn das Spektakel zu Ende geht, werden alle Schiffe im Hafen und in der Bucht ihre Schiffshupen dröhnen lassen, um das Neue Jahr lautstark zu begrüßen. Feriengäste an Land und auf den Schiffen sind von der Fülle der sinnlichen Eindrücke überwältigt. Die Einheimischen haben ihre eigene Art entwickelt, dem Spektakel beizuwohnen. Man versammelt sich in der Grossfamilie auf den Wiesen des Parkes Santa Caterina – mit reichlich Decken und Körben voller Fressalien ausgerüstet. Es wird von abends bis Mitternacht gegessen und zügig getrunken. Das gigantische Feuerwerk, auf das der Park Santa Caterina einen ausgezeichneten Ausblick gewährt, reißt die versammelte madeirensische Masse zwischenzeitlich aus dem Schmaus. Nach dem großen Erlebnis fließt der Alkohol ungehemmt bis in die Morgenstunden. Ab zwei Uhr nachts blockiert der abfließende Verkehr die Straßen der Hauptstadt völlig. Da hinter fast jedem Steuer ein betrunkener Fahrer sitzt, ereignen sich unzählige Karambolagen. Die Polizei zeigt sich in der Silvetsernacht nur, wenn sie ausdrücklich gerufen wird. Alkoholkontrollen werden nicht vorgenommen, da man sich offenbar nicht dem Volkszorn aussetzen will. Für das 100 000 Euro teure mitternächtliche Spiel mit dem Feuer ist Madeira bestens gerüstet. Ein plötzlicher Stromausfall würde durch Notaggregate kompensiert. Der alle Einsätze auf Hundertstel von Sekunden genau steuernde Zentralcomputer wird von Fachleuten sorgsam gewartet. Ein mit dem selben Programm belegtes Ersatzgerät steht bereit. Nur eine einzige Gewalt könnte das weltberühmte Spektakel ins Wasser fallen lassen: ein kräftiger Regenguß genau um Mitternacht. Doch damit rechnen die Meteorologen heuer nicht.

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