Marina Calheta
Neu eröffnet: die Marina von Calheta

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Madeira per Boot

6. November 2004

Reichlich Platz für Freizeitkapitäne - aber billig ist es nicht

Ein junger Manager aus Hamburg brauchte dringend eine lange Pause. Ein Jahr lang wollte er auf den Ozeanen der Welt segeln. Madeira hieß die letzte Station vor der Karibik. Auf der Atlantik-Insel flirtete der Hanseat einen Monat lang mit einer Inselschönheit namens Celíne, zwei weitere Monate genoß er ihre Gunst. Eines Morgens stach der ambitionierte Segler dann schweren Herzens in See. Zwei Tage später kehrte er zurück. Nicht daß der Wind schwach war. Die Liebe zu Celíne war zu stark. Da man im Hafen der Liebe kein Boot braucht, hat der junge Mann sein Segelboot verkauft. Das war eine gute Entscheidung. Denn in den Häfen Madeiras wird man schnell viel Geld los.Wer heute den Jachthafen der Inselhauptstadt Funchal anläuft, findet einen Liegeplatz nur auf dem Meer. Gute Schwimmer sind gefragt oder aber ein Beiboot für den Landgang. Der Hafen selbst kracht aus allen Nähten. 43 Schiffe schwimmen auf der Warteliste. Für Newcomer eine hoffnungslose Situation. Zur Abhilfe hat die madeirensische Verwaltung mit großem Aufwand und reichlich EU-Unterstützung neue Häfen geschaffen. Die beiden zuletzt fertiggestellten Jachthäfen liegen an der Südwestküste Madeiras: In Calheta und Lugar de Baixo. Dort gibt es reichlich Platz und lukrative Hafenangebote. In Calheta erwartet den Skipper ein Hotel am Strand mit Pizzeria und Supermarkt. Lugar de Baixo bietet dem Ankömmling Restaurants in Reichweite, Swimmingpools und sogar einen Tennisplatz. Die Liegegebühr in beiden Häfen liegt bei 17 EUR pro Tag für ein achtmeterlanges Schiff. Wer zufälligerweise eine Celíne kennenlernt und deshalb ein bißchen länger bleiben will, zahlt für drei Monate etwa 1120 EUR. Die Preise werden als Sonderangebote gehandelt und gelten bis zum Jahresende. Zur Begleichung der Liegegebühren muß man entweder viel Geld von zu Hause mitbringen oder aber in der Kajüte schlafen und in der Kombüse kochen. Das ist dann doch billiger als ein Hotelaufenthalt, und Abenteurern macht das sicher auch viel Spaß.

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