Essen mit Aussicht

25. Oktober 2004

Wilde Schönheit im Norden Madeiras

Hier kann man natürlich auch gut essen. Ein Teller Fischsuppe von rötlicher Farbe, nach frischen Kräutern duftend und mit herrlichem, grätenfreien Fleisch, läßt die Qualitäten des Kochs erahnen. Doch die eigentliche Attraktion ist hier nicht die feine Küche, sondern die atemberaubend schöne Aussicht.Das Restaurant „Sao Cristovao Boaventura“ liegt auf einem Aussichtspunkt unterhalb des kleinen Örtchens Boaventura an der Nordküste der Insel. Von Sao Vicente kommend, passiert man Ponta Delgada und fährt nach einem weiteren dunklen Tunnel und schmaler Küstenstrasse auf das Dorf zu, biegt jedoch vorher links ein Richtung „Miradouro“ (Aussichtspunkt). Direkt unter der Restaurant-Terrasse rollen die Wogen des Atlantiks heran. Der Blick geht vorbei an Arco de Sao Jorge bis zur Ponta de Sao Lorenco. Bei klarem Wetter sieht man die Nachbarinsel Porto Santo. Die grüne, wilde Steilküste scheint am gegenüberliegenden Hang zum Greifen nahe. In engen Serpentinen steigt der alte Madeiraweg dort hinauf. Wer einen gemütlicheren Spaziergang machen will, folgt vom Restaurant aus der Beschilderung („vereda“ = Fussweg) und steigt hinab zum einsamen Strand von Boaventura. Baden kann man hier selbst im Sommer nur selten, zu gewaltig ist die Brandung. Die Luft ist voller Gischt, die Sonne strahlt auf die grossen Felsen, über die Kieselsteine klettert man am Fusse des mächtigen Steilhangs entlang. Auf dem Rückweg erforscht man vielleicht die Ruinen an der Flussmündung, die wohl einst als Mühle dienten. Das Brücklein über den Fluss verdient ein Foto. Der Abschied von diesem wilden, schönen Ort fällt schwer. Wer an diesem Tag einmal gar nicht wandern will, kann mit dem Auto ziemlich nah an die Ruinen heranfahren. Dazu durchfährt man das Dorf Boaventura und überquert den Fluss. Ein Wegweiser zeigt Richtung Santana und weiter die Nordküste entlang. Kurz danach verlässt man die Landstrasse nach links auf einer neu ausgebauten Stichtstrasse zum Meer. Vom Parkplatz aus gelangt man nach wenigen Schritten auf den oben beschriebenen Wanderweg zum Strand hinunter.

Leserbriefe

E. Sander 25.07.2011 23:40

Wenn ich mich wie zu Hause fühle, brauch ich dort nicht hin zu gehen. Für uns war es eben gerade nicht wie zu Hause - anders, ursprünglich, authentisch. Genau deshalb waren wir dort. Nichts für ungut, vg
E. S.

Elke Bauer 03.07.2011 16:37

Wir waren im Februar in Boaventura und fast jeden Tag in diesem tollen familiär geführten Restaurant.
Man wird herzlich empfangen , flott bedient, jeder Wunsch wird nach Möglichkeit erfüllt und das Essen ist ausgezeichnet.
Wir haben uns hier wie zu Hause gefühlt.
Danke an das tolle Team.

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