Hafen Paul do Mar
Mediterranes Flair in Paul do Mar

Druckansicht

Mediterranes Flair in Paúl do Mar

20. September 2004

Fischerdorf mit malerischem Hafen und lauschiger Kneipenzeile

Lange Zeit war Madeira eine Grossbaustelle. Mittlerweile sind zahlreiche Arbeiten abgeschlossen oder gehen aufs Ende zu. In Paúl do Mar kann sich das Ergebnis einer langwierigen Bauphase sehen lassen.Da sitzen fünf Schotten unterm Sonnenschirm einer Hafenkneipe und lassen es sich gut gehen. Ohne Hemd auf dem Körper und jeder mit einem Scotch on the Rocks auf dem Tisch. In einer Gartenschenke spielen Einheimische Karten. Ein Baum inmitten des Gartens spendet angenehmen Schatten. Vom Balkon aus dem Obergeschoss eines kleinen Restaurants träumen zwei junge deutsche Frauen in die Weite. Ihre Blicke bleiben immer wieder an den anmutigen Gestalten der Fischerburschen hängen, die wagemutig und johlend vom Kai ins Wasser hinabspringen. Im grossen blauen Hafenbecken schaukeln Boote. Fischerboote zumeist, aber auch zwei weisse Motorschiffe liegen vor Anker. Neben dem Hafen ist ein Schwimmbecken entstanden. Es ist durch grosse Felsen vom offenen Meer abgetrennt. Das Wasser ist ruhig. Eine überdimensionale bronzene Fischerfigur posiert über dem Schwimmbad. Ein aufrechter starker Mann schaut hinaus auf Meer. Die Figur verkörpert die Geschichte des kleinen Dorfes, im Westen der Insel ganz tief unten am Meer gelegen. Die Einwohner von Paúl do Mar waren scheue Menschen. Sie lebten lange Zeit ausschliesslich vom Fischfang. Fremde verirrten sich selten hierher. Vor dem Bau der Strasse in jüngster Zeit war das Dorf jahrhundertelang nur mit dem Boot oder auf abenteuerlichen Kletterpartien zu erreichen. Mit dem Ausbau des Hafens, dem neuen Hotel am Ortsausgang, den vielen Bars und Kneipen, verändert sich nun schlagartig das Leben in dem alten Dorf. Es verlagert sich auf die Strasse, was sicherlich nicht madeiratypisch ist. Die fremden Besucher beleben die Szene. Die Schotten bestellen sich eine weitere Runde Scotch und lachen laut unterm Sonnenschirm. Mit den deutschen Ladies auf dem Balkon beginnen zwei braungebrannte Burschen von der Strasse aus ein Gespräch. Sie schlagen ein Rendezvous bei Sonnenuntergang auf dem Hafenkai vor. Die beiden sind nicht abgeneigt. Auf einer kleinen Maschine mit dröhnendem Auspuffrohr biegt noch einer um die Ecke – zu spät. Die Maschine dreht ab, und mit ihr fährt der Lärm des Motors fort über die Wellen des Atlantik, draussen. Auf dem blauen Wasser im Hafen tuckert ein kleines Fischerboot hinaus zum Fang. Kinder laufen die Mole entlang, den Dauerlutscher in der Hand, begleitet vom Lachen der Schotten und dem Klirren der Eiswürfel in den Whiskygläsern.

Leserbriefe

Keine Leserbriefe vorhanden

Leserbrief schreiben

Mit Sternchen (*) gekennzeichnete Formularfelder müssen ausgefüllt werden.