Levada
Bequemer Weg zum Ende der Wanderung

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Unbekannte bärenstarke Wandertouren

10. September 2004

Für durchtrainierte Naturfreaks

Außer Kraft und einem regulären Busfahrschein kostet es nichts. Ein jeder ist willkommen bei den nichtkommerziellen „Amigos Da Natureza“. Die Naturfreunde (so die Übersetzung) verlangen lediglich, daß der einzelne Wandersmann für sich selbst die Verantwortung übernimmt. Zum Beispiel wenn es in vier Stunden von Null auf 1400 Meter Höhe hinaufgeht und danach ein atemberaubender Abstieg folgt. Da müssen Herz und Lunge, Waden und Oberschenkel, Füsse und Schuhwerk vollauf in Ordnung sein. Sonst macht’s keinen Spaß.Die meisten Wandertouren beginnen im Norden Madeiras. Schon vor acht Uhr treffen sich die Enthusiasten an der Bushaltestelle in Funchal. Knapp zwei Stunden später finden sie sich in Boaventura wieder – um womöglich zu Fuss nach Hause zurück zu laufen: bergauf auf die schroffen Gipfel des Hochgebirges, auf alten Höhenwegen hinüber auf die Südseite, und schliesslich hinunter ans Meer, über alte Treppenwege, den Arbeitswegen an schmalen, eiskalten Levadas folgend, über Flechten, durch Kiefern- und Eukalyptuswälder, durch lange Tunnel und schliesslich bequem an breiten Wasserkanälen entlang. Ist die Strecke einmal gar zu lang, wird unterwegs biwakiert (nach entsprechender Ankündigung im Programm). Wandern im Nebel, in den Wolken oder gar im Regen erfordert Kondition und Trittfestigkeit. Für manchen ist das sogar eine Grenzerfahrung mit Kick. Die Schwierigkeitsgrade der Wanderungen sind gewöhnlich mit drei bis vier Stiefeln beziffert. Die in den einschlägigen Wanderführern beschriebenenen Touren gehen in der Regel nicht über zwei, manchmal auch drei Stiefel. Die Angebote der kommerziellen Agenturen auf Madeira nehmen Rücksicht auf die individuelle Leistungsfähigkeit der Wanderer. Bei den “Amigos da Natureza“ finden sich Hartgesottene, die Lust, Courage und Training mitbringen, die Herausforderung zu wagen. Gesundheitsbewusste Freizeitwanderer und erst recht Kurzentschlossene sind besser bei touristischen Wanderangeboten aufgehoben. Auch dort gibt es durchaus unbekannte Touren. Wer sich aber traut, mit Einheimischen Spektakuläres zu wagen, wer rutschfest und muskelstark bis zu zwölf Stunden auf den Beinen ist und sehen will, was keiner kennt bzw. keiner nennt, bitte Programm der nächsten Wanderungen bei der Redaktion der Madeira-Zeitung anfragen! Denn es gibt nichts, was nicht zu meistern wäre. Und Touristen sind den „Naturfreunden“ ausdrücklich willkommen.

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