Wundertherapie auf der Atlantik-Insel Porto Santo?
Seimetz/Meier - „Als ich acht Jahre alt war, bin ich mit meiner Oma nach Porto Santo in die Ferien gefahren. Wir saßen oft in den Dünen, und die Oma bedeckte dabei immer ihre Knie mit dem warmen goldfarbenen Sand. Das tat ihr so gut.“ Der kleine Junge aus Madeira ist inzwischen fünfzig Jahre alt und Direktor des „Hotel Porto Santo“. Raul Gonçalves glaubt fest an die Heilkraft des Sandes der Atlantik-Insel. Stolz führt er durch das 900 Quadratmeter große Spa, das dem Vier-Sterne-Hotel angeschlossen ist. "Hier werden Menschen innerhalb weniger Tage von unsäglichen Schmerzen befreit", sagt der Hotelchef. „Meistens schlafen sie ein im Sandbad. Und nach wenigen Anwendungen schon merken sie, wie die Schmerzen schwächer werden, bis sie schließlich ganz verschwinden“, erklärt er. „Patienten mit Fibromyalgie oder Rheumapatienten, Opfer von Verkehrsunfällen mit Schmerzen in Nacken, Schulter und Wirbelsäule, Patienten nach einer Amputation, kurz: Menschen, die täglich starke Schmerzmittel einnehmen müssen, kommen zu uns. Wir können sie nicht heilen, aber unsere Sandtherapie befreit sie vom Schmerz.“
um - Es rumort in der islamischen Hemisphäre. Die preiswerten Ferienparadiese Ägypten und Tunesien werden darum unattraktiv. Alternative Ziele ziehen am Horizont auf. Eins davon heißt Porto Santo.
Schön und einsam treibt eine kleine Insel im Atlantik
um - Porto Santo – das heisst „Heiliger Hafen“. Die Nachbarinsel von Madeira versinkt von Ende September bis in den Juni hinein tief im Dornröschenschlaf. Streßflüchtlingen bietet das Eiland darum eine ideale Rückzugsfläche. Die Einheimischen sind trotz herber Wirtschaftslage guter Dinge und den wenigen Fremden gegenüber wohlgesonnen. Wem vor Ruhe und Stille nicht graust, hat das Meer und den weißen Sand, die grünen Berge und die Dünenlandschaft fast ganz für sich.
Technische Aufrüstung soll Behandlung vor Ort verbessern
Mit Blaulicht fährt ein Krankenwagen vor. Der Bauarbeiter, der auf einer Trage in die Notaufnahme gelangt, ist von einem Gerüst gerutscht. Bei einer Fallhöhe von fünf Metern sind mehrere Knochenbrüche wahrscheinlich. Der Notarzt verabreicht Schmerzmittel und fordert den Rettungshubschrauber aus Madeira an. Nur im Krankenhaus von Funchal kann entsprechend geröntgt, geschient und gegipst werden. Porto Santo hatte bislang keinen geeigneten Röntgenapparat, der solch komplizierte Bruchstellen hinreichend sichtbar macht. Damit aber ist nun Schluss!
Wenn die Fähre nicht kommt, herrscht Ebbe in den Supermarktregalen
Im vorigen Winter war das Meer aufgewühlt. Da stellte die Fähre zwischen Porto Santo und Madeira für Wochen den Betrieb ein. Auch in diesem Winter stürmt es kräftig, so dass die „Lobo Marinho“nicht selten im Hafen von Funchal liegen bleiben muss. Die Folge davon: Für Porto Santo bestimmte Lebensmittel kommen bei den Konsumenten nicht an. Und wer keinen Vorrat angelegt hat, schnallt notgedrungen den Gürtel ein Loch enger. Die Porto Santenser beklagen natürlich „die höhere Gewalt“. Doch nicht allein der Wettergott trägt Schuld an leeren Regalen in den Supermärkten. Die Inselbewohner haben selber zum Notstand beigetragen, indem sie – schon vor Jahrzehnten - ihre ureigenen Ressourcen vernachlässigten.