Blandy's Garden ist im Winter besonders schön
Kamelie in Blandy's Garden

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Kamelienzeit

19. Januar 2017

Kurzwanderung bei Santo da Serra

sts - Sonne im Januar. Das Thermometer klettert auf 18 ° im Schatten. Da hält es den Wanderer nicht auf dem Sofa oder am Kamin. Doch schon auf dem Weg ins Gebirge wird klar: so ganz weit oben ist es nichts mehr mit Sonne. Eine Wanderung auf halber Höhe, am besten zur Südseite bei dem kräftigen Nordwind, das wäre es.

Der alte Wanderführer von „Pat and John“, verlegt bei Sunflower, tut gute Dienste. Er schlägt vor, das Auto am Park von Santo da Serra stehen zu lassen. Ungefähr 700 m über dem Meer. Wer hier im Januar aussteigt, sieht sofort, was dieses Dorf im Osten Madeiras zu bieten hat: leuchtende Kamelienblüten in jedem Garten, im Park, am Straßenrand und manchmal verwildert am Waldesrand. Tiefrot bis zartweiss, von weitem könnte man die Blüten für künstlich in den Baum hineingesteckt halten. Diese Schönheiten begleiten einen fast auf der gesamten Kurzwanderung.

Unsere Ausgabe des Wanderführers ist schon weit über zehn Jahre alt. Der Weg ist aber dennoch leicht gefunden. Zurück auf der Straße Richtung Golfplatz, über den Kreisverkehr hinweg und vor der Quinta da Paz rechts in die schmale Straße einbiegen. Kaum zwanzig Minuten später sieht man ein erstes Holzschild zu den Levadas – Levada Nova und Levada dos Tornos. Die Gemeindeverwaltung hat die Wanderwege gut und zuverlässig beschildert. Der alte Weg führt rechts bergab. Er ist teils gepflastert und mit Laternen versehen, teils besteht er aus gemauerten, hohen Treppenstufen, und führt uns die etwas mehr als 200 Höhenmeter äußerst zügig hinab.

Auf der Levada Nova angekommen ist man ein gutes Stück näher an deren Ursprung als es im Sunflower-Wanderführer vorgesehen ist. Es lohnt sich hier also ein Abstecher nach links, Richtung Osten, soweit man mag, vielleicht bis zur ersten Betonstraße. Hier am Oberlauf des Baches „Ribeira da Cruz“ ist es traumhaft schön. Grün in allen Schattierungen wuchert auf beiden Seiten des Baches, das Wasser gluckert, und es tröpfelt von den Wänden. Von weitem leuchtet der Atlantik. Wer genug hat, wendet und schaut sich noch den Ursprung (Madre) der Levada an. Von oben schüttet das Wasser der Levada dos Tornos hinein, der Bach ist sauber und bildet viele kleine und größere Gumpen, so dass einem mitten im Winter die Lust auf ein Bad überfällt. Im Sommer sicher eine gute Idee.
Ein kleines Stück wieder zurück auf der Levada geht es rechts ab über eine Brücke aus Holz. Es folgt eine Viertelstunde knackiges Hinaufklettern durch den Wald. Der Weg über in den Lehm gestochene Stufen ist rutschig und anstrengend, das Gespräch verstummt. An der Levada dos Tornos angekommen, gehen wir noch kurz bis zu deren Ende. Das Wasser tritt bei Monte, oberhalb Funchals, auf der Südseite der Insel aus. Hier am Ende des Kanals fällt es in der Fall-Linie in die Levada Nova, genau hinein in deren Madre, an der wir kurz zuvor in der Nachmittagssonne geträumt haben.
Nun geht es insgesamt kaum sechs Minuten zurück auf der Levada dos Tornos, und dann folgt wiederum ein Aufstieg. Dieser führt jedoch über einen bequemen Madeira-Treppenweg, bald vorbei an Feldern mit Kohl und Süßkartoffeln. Die alten Steinmauern sind noch intakt, an ihrem Rand wächst Stammkohl empor. Im Prinzip geht man einfach steil bergauf, bis man auf einen Pflasterweg mit Laternen gelangt. Hier geht es links, man folgt der Beschilderung nach Santo da Serra. An einer großen Kreuzung schliesslich geht es rechts bergab. Diese kleine Straße überquert insgesamt drei muntere Bächlein, läßt zur Linken die Holzhäuser auf Pfählen in der Quinta das Eiras liegen und führt schließlich zur Quelle des Heiligen Antonius aus dem 19. Jahrhundert. Je nachdem, wie lang man den Abstecher an der Levada Nova ausgedehnt hat, sind seit dem Aufbrauch zwei einhalb bis drei einhalb Stunden vergangen.
Zur Nachahmung empfohlen, vor allem im Winter – wenn die Kamelien blühen

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