Levada Nova Pomar
Grün-, Grau- und Rosa-Töne am Osthang oberhalb der Ribeira Ponta do Sol

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Der Sommer naht

21. Mai 2015

Levada Nova zwischen Pomar de São João und Ribeira Ponta do Sol renoviert

sts - Wer von Arco da Calheta aus an der Levada Nova entlang Richtung Ponta do Sol wanderte, für den war bisher am Levada-Wärterhäuschen bei Pomar de Sao Joao Schluss. Der Pomar (= Obstgarten) ist ein etwas ebeneres Stück Land, auf dem verschiedene Obstbäume und -Sträucher gut gedeihen.

Man sieht hier Apfel- und Birnbäume und die Hänge stehen Ende Mai in voller Brombeer-Blüte. Noch einige Schritte, dann steht man hoch über dem Tal der Ribeira da Ponta do Sol. Am gegenüberliegenden Hang erkennt man die Levada Nova, die weiterführt bis zu ihrem Ende in Ribeira Brava. Doch um dort hinzukommen, müsste man absteigen nach Ponta do Sol und aufsteigen nach Lombada, über kleine und manchmal auch größere, auf jeden Fall asphaltierte Straßen. Eine Wanderstrecke von etwa zwei Stunden, je nach Kondition.

Daran haben die Reparatur-Arbeiten an der Levada Nova in diesem Bereich leider nichts verändert. Doch der Wasserkanal auf der Westflanke des Tals wurde völlig neu hergerichtet und ermöglicht nun auf dieser Talseite einen gemütlichen Spaziergang mit völlig neuen Aussichten.

Das Unterholz wurde frei geschlagen, ein bequemer Arbeitsweg neben dem Kanal errichtet, an allen ausgesetzten Stellen durch Geländer gesichert. Dass dieses Geländer oft mehr psychologischen Wert hat, weil es, obwohl ganz frisch einbetoniert, an einigen Stellen aus der Verankerung gerutscht ist, kennt der Wanderer von vielen Levadas auf Madeira. Schwindelfreiheit ist für den neuen Weg empfehlenswert, denn direkt unterhalb liegt ein wildes Tal.

Schon nach wenigen Minuten erblickt man am gegenüberliegenden Hang die beiden fast parallel verlaufenden Kanäle Levada Nova und Levada do Moinho. Kaum zwanzig Minuten später erkennt man im Bach der Ribeira do Ponta do Sol die Madre (den Ursprung) für diese beiden Levadas. Nach weiteren zwanzig Minuten hat man das Ende der Levada Nova auf dem Westhang erreicht. Hier geht es nicht weiter. Noch einige Schritte durchs Unterholz sind möglich, doch dann ist der Trampelpfad zu Ende, und man geht auf dem selben Weg zurück zum Pomar. Unterwegs geniesst man die Sicht auf die enormen Steilwänden, aus deren Wasserfällen der Gebirgsbach von Ponta do Sol sein Wasser erhält, blickt auf die Kante der Hochebene Paul da Serra. Am Hang aufwärts duftende Pinienwälder, abwärts Wiesen und eine ganze Reihe neu bewirtschafteter landwirtschaftlicher Terrassen. So hoch über dem Tal befindet man sich über dem Jagdgebiet des Bussards und blickt von oben auf seine weit ausgebreiteten Schwingen. Buchfinken huschen in den Ästen hin und her. Admiral und Monarch flattern vorbei, Hummeln brummen von Blume zu Blume. Der Levadaweg ist mit blauen afrikanischen Liebesblumen gesäumt, die Wiesen leuchten bunt, an geschützten, sonnigen Flecken steht der „Stolz Madeiras“ schon in voller Blüte. Ein paar Frösche quaken aus den Tümpeln, es ist ganz still – von Lombada klingt Kindergeschrei herüber. Einen beschaulichen Frühsommernachmittag erlebt man auf diesem neuen Abschnitt!

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