Die Levada do Rei im Norden Madeiras

18. April 2015

Königliche Wanderung zum Schönen Bach

sts - “Levada do Rei” – die Levada des Königs. Mir ist schon klar, dass ein portugiesischer König vor ein paar hundert Jahren nicht mit Wanderstiefeln durch Madeira streifte. Doch ich erhoffe mir ein königliches Vergnügen. Auch der Name des Zielpunktes, „Ribeiro Bonito“ - der schöne Bach, setzt die Erwartungen hoch.

Der Weg ist der von der portugiesischen Verwaltung beschriebene PR 18. Die beiden auf Madeira derzeit wohl meist genutzten Wanderführer in deutscher Sprache präsentieren die Wanderung unter der Nummer 30 (Rother) oder Nummer 14 (Michael Müller). Am Ausgangspunkt der Wanderung steht eine große Wandertafel. Auf die Beschreibung des Weges, der auf ca. 600 m oberhalb von São Jorge und unterhalb der höchsten Gipfel Madeiras verläuft, verzichte ich darum, um ein wenig von diesem schönen Ort zu schwärmen.
Meine Erwartungen wurden voll erfüllt. Grün in allen Nuancen, so weit das Auge reicht, herrliche Blicke über die Felder und Äcker bis zum Atlantik, und vor allem das Eintauchen in den dichten Lorbeerwald machen diese Wanderung zum Erlebnis. Zu sehen sind Stinklorbeer, Canaren-Lorbeer und Madeira-Mahagoni, und in den Bäumen turnen Buchfinken und Madeira-Goldhähnchen herum, und die Amseln singen um die Wette. Die Levada ist kurvenreich und oft beiderseits von Gräsern und Blumen bewachsen, gelbe Gebirgsstelzen wippen mit ihrem Schwanz und hüpfen auf der Levadaeinfassung herum. Viel zu sehen und zu hören, und auch Hobby-Fotografen werden die in den Wanderführern angegebenen Gehzeiten weit überschreiten.

Bei der Unterquerung des Wasserfalls, etwa sieben Minuten vor dem Ziel und kaum sieben Meter lang, war ich für gutes Profil auf meinen Wanderschuhen und die eingepackte Regenjacke dankbar. Die Levada hat hier keinerlei Sicherung, sodass man vorsichtig und sehr langsam durch das von oben rauschende eiskalte Wasser gehen muss. Schwindelfreiheit ist an einigen Abschnitten dieser Levada sicher hilfreich.

Die Anfahrt mit dem Auto ist für die meisten Touristen recht weit. Sowohl die Fahrt über Santana (von Südosten aus) als auch der Weg über São Vicente (für Feriengäste aus dem Südwesten) dauert fast 90 Minuten. Allein ist man auf dieser Levada trotzdem nicht – wir begegneten an einem Sonntag Nachmittag fünfzehn Mitwanderern. Doch das schmälert nicht die Begegnung mit dem immergrünen Wald.

Leserbriefe

Keine Leserbriefe vorhanden

Leserbrief schreiben

Mit Sternchen (*) gekennzeichnete Formularfelder müssen ausgefüllt werden.