Im Vordergrund ein Segelboot, im Hintegrund die Gebäude der Freihandelszone bei Canical

Vorhersehbarer Zuckerberg

1. Februar 2017

Den Rübenbauern klingen die Glocken bald weniger süß

eins - Der Zucker gilt als Volksfeind. Die weißen Kristalle sind im Visier von Ärzten, Gesundheitsministerien, des aufklärerischen Journalismus. Wirtschaftlich gesehen lässt sich mit Zucker gutes Geld verdienen. Weil er unser Leben in unzähligen Lebensmitteln versüßt und wir immer mehr davon konsumieren. Das steigert den Absatz. Bis zum Herbst 2017 hat die EU den Absatz quotiert. 85 % des europaweit verkauften Zuckers müssen von europäischen Rübenbauern stammen. Nur 15 % dürfen von außen in die EU eingeführt werden. Diese Quotierung fällt zum Oktober und bringt den Freihandelshafen von Madeira richtig in Schwung.

Vorhersehbarer Zuckerberg1

Aguardente aus Calheta Pantera

Schmuggelpfade

27. Oktober 2016

Wie Madeiras wilde Kerle ums Feuerwasser kämpften

eins - Das erklärte Ziel des Militär-Regimes war, für Ordnung in Portugal zu sorgen. In diesem Sinn wurde 1927 die Schließung von 34 madeirensischen Brennereien verfügt. Nur wenige der Fabriken mit den hohen Schornsteinen durften weiterarbeiten. Tatsächlich tranken Bauern und Tagelöhner, Bauarbeiter und Handwerker mehr als gut war. Die behördlich verfügte Drosselung der Rumproduktion rief bei den Männern mit den durstigen Kehlen Unbehagen hervor. Die dem Aguardente-Verpflichteten – „aguardente“ ist Rum auf portugiesisch – fanden notgedrungen Wege, die disziplinierende Verknappung zu unterwandern.

Schmuggelpfade2

Orangenkuchen aus Madeira

Kuchenrezept aus dem Lieblingshotel

23. September 2016

Bolo de Laranja auf madeirensische Art

sheila - Unsere Leserin Monika K. verbringt seit vielen Jahren ihren Madeira-Urlaub in Funchal, im Hotel Orca Praia oberhalb der Praia Formosa. Eine ihrer Lieblingsspeisen dort ist der köstliche Orangenkuchen. Bolo de Laranja ist ein typisch madeirensischer Kuchen, doch in ihrem Stammhotel ist er besonders gut, fand Monika K.Also fragte sie in der Hotelküche nach dem Geheimnis. Freundlich und prompt erhielt sie das verwendete Rezept. 10 Eier und 600 Gramm Zucker - das versprach eine Riesenmenge zu werden. Doch unsere Leserin liess sich nicht abhalten, backte das Rezept nach, verglich mit anderen Rezepten, die sie schon gesammelt hatte, passte hier ein wenig an und änderte dort ein wenig die Menge. Wir wissen nicht, wieviele Orangenkuchen gebacken wurden und ob ihre Freunde in Berlin nach so vielen Experimenten noch willens sind, das leckere Gebäck weiterhin zu verzehren - doch hier ist es nun, das perfekte Rezept für den perfekten Bolo de Laranja:

Kuchenrezept aus dem Lieblingshotel3

Solo Bio

Alles bio

17. Januar 2016

Neuer Laden mit frischem Gemüse und Obst in Funchal

eins - Die Zahl der Bio-Bauern wächst ständig. Und doch wusste man auf Madeira nie recht, wo Bio-Lebensmittel erhältlich sind. Die wenigen Marktstände mittwochs morgens gegenüber der Bank von Portugal bieten ein dürftiges Bild. Nun endlich gibt es einen Laden mit Bio-Produkten in Funchal, der Bestellungen auch bis an die Haustür liefert.

Alles bio4

Der leckerste Berliner in ganz Europa

27. Oktober 2015

Portugals Berliner hat Raffinesse

Achtung Satire: so hätte es auch sein können

shei - Die Zehntausend, die auf dem John-F-Kennedy-Platz dicht gedrängt standen, schrien begeistert auf. Denn Michail Gorbatschow hatte ihr Herz getroffen. Der dicke Kohl war es gewesen, der den Reformer des Sowjet-Reiches mit den Worten:„Sag ihnen was, was gut runter geht“ auf die Bühne schubste. Gorbatschow redete nur kurz auf russisch, ließ den Übersetzer erst gar nicht ans Mikrofon, und sagte dann mit seinem grundehrlichen Gesichtsausdruck: „Ich will ein' Berliner.“
Von den Zehntausend, die sich nicht mehr einkriegten vor Begeisterung, war Helmut Kohl vielleicht derjenige, der am lautesten schrie.Er war auf der Tribüne aufgesprungen, hatte die Fäuste in die Luft gestreckt. In den historischen Sekunden der Euphorie hatte das Süßmaul im Kanzler obsiegt. Doch der Euphorie sollte – abseits der seligen Massen – eine herbe Enttäuschung folgen.

Der leckerste Berliner in ganz Europa5

Druckansicht