Obst auf dem Markt

Druckansicht

Vegetarisch, glutenfrei, laktosefrei auf Madeira?

22. Oktober 2017

Selbstversorger sind klar im Vorteil

sts - „Die beste Küche auf Madeira ist die Ferienhausküche“, lachte der Mann von der Agentur. Doch sein Gegenüber, müde von der langen Reise und froh, nach der Kurverei überhaupt am Ferienhaus angekommen zu sein, verstand den Scherz nicht. „Wo ist denn dieses Restaurant?“, fragte er. - „Sie stehen drin!“ - Nachdenkliches Gesicht des Gastes. Und dann war der Groschen gefallen.

Ferienhausgäste sind klar im Vorteil, wenn es darum geht, besondere Vorlieben oder gar Notwendigkeiten in ihrer Ernährung zu berücksichtigen. Glutenfrei, Laktosefrei, Purinarm, Vegetarisch, Vegan – wer selbst kocht, bringt in der Ferienhausküche auf Madeira die schönsten Menüs auf den Tisch. Denn Gemüse und Obst gibt es in Hülle und Fülle. In bester Qualität oft gerade in den kleinsten Läden, die Produkte aus dem eigenen Garten oder dem des Nachbarn verkaufen. Auch auf dem Markt in Funchal oder Santo da Serra, aber auch in jedem großen Supermarkt ist das Angebot an frischen Früchten, Salat, Kartoffeln und Süßkartoffeln und leckerem Gemüse enorm. Passende Kräuter dazu findet man gelegentlich im Garten des Ferienhauses oder unterwegs beim Wandern. Wer gern kocht, wird seine Freude an den bunten und manchmal exotischen Zutaten haben.

Was aber, wenn die Lust zum Kochen fehlt oder man sich in den Ferien lieber verwöhnen lassen will? Wer auf glutenfreie oder lactosefreie Kost angewiesen ist, findet die nötigen Produkte zwar nicht auf dem Frühstücksbuffet, mit einem Vorrat von zu Hause kommt man aber bestens zurecht. (Glutenfreies Brot ist in den Supermärkten nicht immer erhältlich, andere glutenfreie Produkte, lactosefreie Milch, Jogurt, Frischkäse oder Produkte aus Soja- und Reismilch bekommt man oft sogar in kleinen „Minimercados“. Letzte und immer erfolgreiche Anlaufstelle ist das Reformhaus „Biologos“ in Funchals Innenstadt.)
Viel schwieriger ist es in Hotel und Restaurant mit vegetarischer oder gar veganer Ernährung. Die Madeirenserinnen und Madeirenser lieben Fleisch und Fisch. Espetada, der Rindfleisch-Spieß, wird in großen Portionen verzehrt – 400 g Rindfleisch pro Person sind keine Seltenheit, und kaum eine Madeirenserin kann das irritierte Gesicht der deutschen Urlauberin am Nebentisch nachvollziehen.

Der jüngst gegründete Verein „VegMadeira“ besteht aus elf Mitgliedern, die sich zur Aufgabe gemacht haben, für vegetarische Ernährung auf der Insel zu werben – da gibt es noch viel zu tun.
Ein ausschliesslich vegetarisches Restaurant sucht man auf Madeira vergeblich. Und wenn „vegetarisch“ übersetzt wird mit: Beim Hauptgericht Fleisch oder Fisch weglassen, dann besteht die warme Hauptmahlzeit in vielen Restaurants aus Salzkartoffeln mit verkochten Möhren – selbst für anspruchslose Urlauber keine Lösung für einen 14-Tage-Urlaub. Einzig vegetarische Suppen stellen fast nie ein Problem dar, gehören sie doch zum Standard der einheimischen Küche, als Gemüsecreme-Suppen oder mit Bohnen und Kartoffeln.
Einige wenige Hotels haben täglich wechselnd vegetarische Speisen auf ihrer Karte. Urlauber sollten danach unbedingt vor der Reise fragen! Da gibt es dann gefülltes Gemüse, Pfannkuchen, Omelette und Pastagerichte. Wer ein Hotel in Funchal gewählt hat, kommt auch in einem der chinesischen und indischen Restaurants gut zurecht. Eine der Bioforma-Filialen in Funchal bietet vollwertiges Essen wie in einer Kantine an.

Wer sich vegan ernährt, aber auch, wer mehr Abwechslung möchte, dem sei Urlaub mit Selbstversorgung empfohlen. Denn: Die beste Küche auf Madeira ist die Ferienhausküche. Guten Appetit!

Leserbriefe

Keine Leserbriefe vorhanden

Leserbrief schreiben

Mit Sternchen (*) gekennzeichnete Formularfelder müssen ausgefüllt werden.