Ein lohnenswerter Ausflug

29. März 2013

Der neugestaltete Aussichtspunkt am Cabo Girao

sts - Viel Kritik gab es für die Neugestaltung des Aussichtspunktes am Cabo Girao. Doch wer an einem sonnigen Tag den "Miradouro" besucht, ist angenehm überrascht.

Zu teuer, zu bombastisch, unvollendet - die Kritik am Umbau des Aussichtspunktes auf dem Cabo Girao oberhalb von Câmara de Lobos hörte nicht auf. Nicht nur die heimische Presse, auch manche Touristen liessen kein gutes Haar an der neuen "Kanzel" 580 Meter hoch über dem Meer. "Ich war vor zehn Jahren schon mal auf Madeira," berichtet Rudolf N. aus Freiburg. "Da war der Ausflug zum Cabo Girao ein wunderschönes Erlebnis. Gut, mit dem Parken war es etwas schwierig, alles viel zu klein und zu eng. Aber dann, die schönen alten Bäume, man ging über die kleine Steinbrücke zu dem gemauerten Halbrund - und dann dieser tolle Blick hinab, das war ein richtiges Abenteuer."

Parkplätze gibt es nun reichlich. Und Brücke und Bäume findet auch der heutige Tourist. Anstelle des gemauerten Halbrunds allerdings wartet nun eine Plattform, die weit über die Kante des "Kaps" hinausragt. Gitter-Roste aus Metall geben durch die kleinen Quadrate schon den Blick in die Tiefe frei. Doch schliesslich auf die transparenten Kunststoff-Platten zu treten bedeutet fast für jede Besucherin und jeden Besucher eine kleine Überwindung. Frei schwebend tritt man hinaus - ins Leere? Vorsichtig gehen die Neugierigen zum Geländer, mancher hält seine Füße lieber auf den breiten Metallstreben, andere hangeln sich vorsichtig am stabilen Geländer entlang, ein paar herumalbernde Jugendliche stampfen mit den Füßen auf, manche Touristen setzen sich im Schneidersitz auf den gläsernen Boden und lassen sich so fotografieren.

"Wie am Grand Canyon," wissen die Globetrotter, "wie in Düsseldorf," sagen die anderen. Das Rad wurde am Cabo Girao nicht neu erfunden, aber die Sicht auf die winzigen gepflegten Felder unten am Strand rechtfertigt ohne Zweifel die Kopie der Konstruktion. Die heranrollenden Wogen hört man bis hier oben, fast sechshundert Meter höher.

"Atemberaubend," findet Elke K. aus Mölln. Die Sonne taucht alles in ein mildes Licht. Elke läßt ihrer Kamera keine Ruhe und bannt die komplette Rundumsicht auf den Chip, vom Pico Areeiro über das Panorama der Stadt Funchal, das weite blaue Meer bis hin zu den grünen Hängen des Kaps nach Westen. Winzig da unten die "Santa Maria", das Kolumbus-Schiff, das von Funchal zum Kap gefahren ist.  "Schade eigentlich nur, dass es hier nicht ein paar Stände gibt, an denen man einen Kaffee bekommen könnte oder wenigstens ein Eis." Einige fliegende Souvenirhändler bieten an diesem Tag eher lieblos dekoriert ein paar Handarbeiten feil. Immerhin, die Toiletten sind jetzt geöffnet.

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