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In der Liga der Kirchen knistert es beim Tabellenführer

24. April 2019


Bittere Satire unseres fußballbegeisterten katholischen Mitarbeiters Pedro Latour dos Santos, stets gut informiert über jüngste Entwicklungen im Bistum Funchal

Nach Anpfiff hat der neue Bischof von Funchal sofort nachgetreten

latour - Dom Nuno grätscht 'rein, wo sein Vorgänger den Ball hat laufen lassen. 
Der neue Kapitän geht aber die eigenen Mannen an. Denn auf dem rechten
Flügel ziehen ein paar Dribbelkünstler in rabenschwarzen Trikots ein 
merkwürdiges Spiel auf. Eigenmächtig kehren sie zurück zum Latein als Sprache der Messe in kleinen Kapellen auf Madeira. Der Bischof fackelt nicht lange und stellt kurz 
vor Ostern die Spielverderber vom Platz. 

In der Liga der Kirchen knistert es beim Tabellenführer1

Union Jack

To The Country And The King

26. März 2019

Wie Madeira einmal britisch war

eins - Napoleon wollte Europa erobern und hätte es fast geschafft. Portugal stand auf seiner Liste, weil der Südweststreifen Europas bei der Kontinentalsperre nicht mitmachen wollte. Napoleon hatte einen Handelsboykott Englands verfügt, und Portugal lieferte dem zum Trotz weiter. Zweimal besetzten britische Truppen zu Beginn des 19. Jahrhunderts Madeira. Zum Schutz vor Napoleon, wie es hieß. Beim zweiten Mal hißten sie sogar den Union Jack über der Hauptstadt Funchal. Madeira war britisches Territorium geworden.

To The Country And The King2

Ob der Nikolaus da noch helfen kann?

6. Dezember 2018

 Guter Wille wurde vom Leben bestraft

peter - Laut Polizeibericht stoppte vor ein paar Tagen ein Autofahrer in der Nähe von Santo Antonio seinen Wagen am Straßenrand. Aus Santo Antonio stammen der Fußballstar Ronaldo und andere windige Gestalten. Am Straßenrand stand eine Tramperin, der die Tür des Autos geöffnet wurde. Wie die Polizei schreibt, handelte es sich um Delfina, in Protokollen der Staatsmacht hinlänglich als Tagediebin bekannt, die sich Zutritt verschaffte. Die Fahrt wurde fortgesetzt. An dieser Stelle jedoch weist der Polizeireport eine Lücke auf. Es ist nämlich nicht klar, ob nun der Autofahrer freiwillig oder auf Grund gezielter Nachforschung seitens Delfina zweihundert Euro aus seiner Brieftasche verlor. Sicher ist nur, daß nach einer ruhig verlaufenen ersten Phase der gemeinsamen Fahrt, plötzlich die Beifahrerin solange auf den Chauffeur einschlug, bis sie zwei Hundert-Euro-Scheine in ihren Händen hielt. Der "Disput" - auch dies ein Begriff des Polizeiprotokolls - hatte zur Folge, daß der Fahrer die Kontrolle über den Wagen verlor und das Fahrzeug in das Wartehäuschen einer Buslinie krachte. Während der Fahrer nach der Kollision verdutzt hinter dem Lenkrad sitzen blieb, entwich Delfina behende mit dem Geld. Seitdem hält sie sich - auch hier die treffenden Worte des Polizeiprotokolls - an "ungewissem Ort" auf. Das heißt, die Polizei hat keine Idee, wo sie suchen soll. Dem gutwilligen Fahrer beschert das Nikolausfest gleich drei Probleme: sein Auto ist kaputt, sein Geld ist weg, und er muß sich gegenüber dem Verkehrsbetrieb verantworten, dessen Wartehäuschen beschädigt ist. Mit Sicherheit wird Delfina aufgespürt. Aber kann der Fahrer beweisen, dass sie ihn geschlagen und beraubt hat? Wenn die Dame anführt, er hätte ihr die zweihundert Euro zugesteckt in Erwartung einer Dienstleistung, die sie abwehren konnte, wird ein unparteiischer Richter mögliche Schlagspuren auf der Wange des Fahrers als Folge der Selbstverteidigung von Delfina gelten lassen müssen. So oder so, der gutmütige Fahrer verdiente einen Eintrag ins Goldene Buch vom Nikolaus.

Ob der Nikolaus da noch helfen kann?3

Parkbank

Satire

21. August 2017

Des Kaisers neue Gelder

bauna - Ian MacLough kamen die Ferien auf Madeira teuer zu stehen. Der Schotte verfluchte „the fucking English“, die alles daran setzten, das britische Pfund zu entwerten. Gerade hatte er beim Geldwechsel für seine lumpigen Pfund kaum Euro gekriegt. Mürrisch fläzte sich der Sommerfrischler auf eine Bank im Stadtgarten von Funchal, um unter einer Zeitung getarnt die paar Banknoten nachzuzählen. Den neugierigen Blicken von Betto, der auf der Nachbarbank mit seinem stinkenden Rucksack und einer Plastiktüte hockte, entging der Zählvorgang keineswegs. Der Stadtstreicher mühte sich hoch und schlich demütig mit ausgestreckter Hand zum Schotten hin. „Hasse ma nen Euro?“

Satire4

Schweizer Flagge

Geschichten aus Madeira

25. März 2015

Beim Zoll

pedro - Eine Luftfracht aus der Schweiz ist eine pikante Sache. Die Schweiz liegt zwar mitten in Europa, aber außerhalb der EU. Andersherum liegt Madeira geographisch außerhalb von Europa (der Archipel gehört geographisch zu Nordafrika), ist aber als portugiesische Insel Teil der EU.

Geschichten aus Madeira5

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Verweise in diesem Dokument

1
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2
http://www.madeira-zeitung.de/kultur/geschichten?id=6459
3
http://www.madeira-zeitung.de/kultur/geschichten?id=6412
4
http://www.madeira-zeitung.de/kultur/geschichten?id=5883
5
http://www.madeira-zeitung.de/kultur/geschichten?id=4535

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