Espirito Santo

Der Heilige Geist poltert rum

17. Mai 2019

Besuch und Kollekte

eins - An den Sonntagen vor Pfingsten geistern bunte Stoßtrupps umher. In roten Westen mit weißem Kreuz ziehen sie von Haus zu Haus, spielen Gitarre und singen schallend fromme Lieder, trinken und lachen mit den Bewohnern. Hübsche kleine Mädchen begleiten die Gruppe. Sie tragen voller Stolz ihre ganz besondere Tracht, die Lederstiefelchen und die kunstvolle Frisur, und sind sich ihrer wichtigen Rolle bewusst. Zu guter Letzt wird jeweils die Kollekte in ein wertvolles, reich geschmücktes Gefäß eingesammelt.

Der Heilige Geist poltert rum1

In der Liga der Kirchen knistert es beim Tabellenführer

24. April 2019


Bittere Satire unseres fußballbegeisterten katholischen Mitarbeiters Pedro Latour dos Santos, stets gut informiert über jüngste Entwicklungen im Bistum Funchal

Nach Anpfiff hat der neue Bischof von Funchal sofort nachgetreten

latour - Dom Nuno grätscht 'rein, wo sein Vorgänger den Ball hat laufen lassen. 
Der neue Kapitän geht aber die eigenen Mannen an. Denn auf dem rechten
Flügel ziehen ein paar Dribbelkünstler in rabenschwarzen Trikots ein 
merkwürdiges Spiel auf. Eigenmächtig kehren sie zurück zum Latein als Sprache der Messe in kleinen Kapellen auf Madeira. Der Bischof fackelt nicht lange und stellt kurz 
vor Ostern die Spielverderber vom Platz. 

In der Liga der Kirchen knistert es beim Tabellenführer2

Union Jack

To The Country And The King

26. März 2019

Wie Madeira einmal britisch war

eins - Napoleon wollte Europa erobern und hätte es fast geschafft. Portugal stand auf seiner Liste, weil der Südweststreifen Europas bei der Kontinentalsperre nicht mitmachen wollte. Napoleon hatte einen Handelsboykott Englands verfügt, und Portugal lieferte dem zum Trotz weiter. Zweimal besetzten britische Truppen zu Beginn des 19. Jahrhunderts Madeira. Zum Schutz vor Napoleon, wie es hieß. Beim zweiten Mal hißten sie sogar den Union Jack über der Hauptstadt Funchal. Madeira war britisches Territorium geworden.

To The Country And The King3

Bar auf dem Dach des Marktes in Funchal

Frühstück auf dem Dach

8. Februar 2019

Ruhig, sonnig, preiswert - mitten in der Altstadt

sts - Frühstücken in Funchal ist natürlich kein Problem. Die Einheimischen frühstücken traditionell nicht zu Hause, sondern auf dem Weg zur Arbeit oder in einer ersten Pause. Also finden auch Touristen alle paar Meter eine Bar oder eine Bäckerei, die guten Kaffee und ein Brötchen, Sandwich oder Toast anbieten. Ein besonders schöner Ort ist das Dach der Markthalle.

Frühstück auf dem Dach4

Ob der Nikolaus da noch helfen kann?

6. Dezember 2018

 Guter Wille wurde vom Leben bestraft

peter - Laut Polizeibericht stoppte vor ein paar Tagen ein Autofahrer in der Nähe von Santo Antonio seinen Wagen am Straßenrand. Aus Santo Antonio stammen der Fußballstar Ronaldo und andere windige Gestalten. Am Straßenrand stand eine Tramperin, der die Tür des Autos geöffnet wurde. Wie die Polizei schreibt, handelte es sich um Delfina, in Protokollen der Staatsmacht hinlänglich als Tagediebin bekannt, die sich Zutritt verschaffte. Die Fahrt wurde fortgesetzt. An dieser Stelle jedoch weist der Polizeireport eine Lücke auf. Es ist nämlich nicht klar, ob nun der Autofahrer freiwillig oder auf Grund gezielter Nachforschung seitens Delfina zweihundert Euro aus seiner Brieftasche verlor. Sicher ist nur, daß nach einer ruhig verlaufenen ersten Phase der gemeinsamen Fahrt, plötzlich die Beifahrerin solange auf den Chauffeur einschlug, bis sie zwei Hundert-Euro-Scheine in ihren Händen hielt. Der "Disput" - auch dies ein Begriff des Polizeiprotokolls - hatte zur Folge, daß der Fahrer die Kontrolle über den Wagen verlor und das Fahrzeug in das Wartehäuschen einer Buslinie krachte. Während der Fahrer nach der Kollision verdutzt hinter dem Lenkrad sitzen blieb, entwich Delfina behende mit dem Geld. Seitdem hält sie sich - auch hier die treffenden Worte des Polizeiprotokolls - an "ungewissem Ort" auf. Das heißt, die Polizei hat keine Idee, wo sie suchen soll. Dem gutwilligen Fahrer beschert das Nikolausfest gleich drei Probleme: sein Auto ist kaputt, sein Geld ist weg, und er muß sich gegenüber dem Verkehrsbetrieb verantworten, dessen Wartehäuschen beschädigt ist. Mit Sicherheit wird Delfina aufgespürt. Aber kann der Fahrer beweisen, dass sie ihn geschlagen und beraubt hat? Wenn die Dame anführt, er hätte ihr die zweihundert Euro zugesteckt in Erwartung einer Dienstleistung, die sie abwehren konnte, wird ein unparteiischer Richter mögliche Schlagspuren auf der Wange des Fahrers als Folge der Selbstverteidigung von Delfina gelten lassen müssen. So oder so, der gutmütige Fahrer verdiente einen Eintrag ins Goldene Buch vom Nikolaus.

Ob der Nikolaus da noch helfen kann?5

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