Sonntag ist Markttag in Santo da Serra. Auf den Kirchgang folgt der Marktbummel. Da hat man eine Messe lang den Mund gehalten - außer beim Singen. Mit dem Gläschen Hauswein in geselliger Runde danach setzt das Schwätzen und Lachen ein. Dazu gibt es gegrillte Schweinefüßchen. Obst, Gemüse aller Art, selbst Käfigvögel werden feilgeboten.Kunterbunt, bäuerlich und billig ist der Sonntagsmarkt von Santo da Serra.
Wer sein Laptop mit in den Urlaub nimmt, braucht auf Madeira nicht lange nach dem nächsten öffentlichen Internetzugang zu suchen. 50 Hot Spots über die ganze Insel verteilt ermöglichen eine vorläufig noch kostenfreie drahtlose Verbindung.
Ab sofort ist die Benutzung der bisher gebührenfreien Internet-Spots in der Stadt Funchal kostenpflichtig. Wie in kommerziellen Internet-Cafés muss man also für das Versenden oder Abrufen seiner e-mails zahlen. Die Preise sind jedoch moderat.
Die Autoschnellstrasse führt heute in wenigen Minuten von Machico nach Caniçal. Die
kurvenreiche alte Landstrasse vom Dorfzentrum hoch zum Tunnel nach Caniçal wird weniger benutzt. Und den Aussichtspunkt „Pico do Facho“ kennen auch nicht mehr so viele Touristen. Dabei ist der kleine Abstecher wirklich lohnend.
Wie an anderen Touristen-Orten finden sich auch auf Madeira multimediale Ausstellungen zu den Themen Geschichte und Naturkunde. Das Madeira Story Centre in der Altstadt, gleich bei der Talstation der Seilbahn, und auch der Parque Temático in Santana locken mit auffälliger Werbung Gross und Klein.
Das grüne Antlitz Madeiras ist noch jung. Die letzten grossen Vulkanausbrüche fanden erst vor etwa 6500 Jahren statt. Gemessen an den grosszügigen Zeitabschnitten der Erdgeschichtler und aus der Perspektive des uralten Mitteleuropa ist das wenig. Selbst Porto Santo hatte sich schon längst aus dem Wasser erhoben, als Madeira entstand. Der Beweis für die „Jugendlichkeit“ der Insel fand sich in den Grotten von Sao Vicente. Hier konnte man recht genau bestimmen, dass die jüngsten grossen Lavaströme sich erst viereinhalbtausend Jahre vor Christus über die Insel ergossen.
Nur sechs bis acht Wochen im Jahr, von April bis Ende Mai, arbeitet die Zuckerrohrfabrik in Calheta, dafür aber dann Tag und Nacht. Denn die Ernte kann nicht lange warten. Der Zuckergehalt wird geringer, wenn das Rohr zu lange liegen bleibt. Schon reihen sich die vollbeladenen Lastwagen am Tor der Fabrik auf. Überall im Westen haben die Bauern ihre Zuckerrohrpflanzen vom Laub befreit, auf die richtige Länge zugeschnittten und dann zu dicken Bündeln verpackt. Der Lastwagen holt die Bündel ab und fährt sie nach Calheta.
Madeira bietet fast nur Kieselstrand. Doch Eingeweihten erschliesst sich manch geheime Stelle, wo das Meer auf weichem Sand erreicht wird. Da der Wonnemonat Mai vor der Tür steht und damit die Badesaion beginnt: Fahren Sie doch einmal nach Seixal.
Der Saft von Granatäpfeln schützt nach jüngsten medizinischen Vermutungen vor Prostata-Krebs. Zumindest bei Rattenmännchen. Granatäpfel heißen auf Madeira Romaes. Sie reifen im September und Oktober. Der Granatapfelbaum stammt ursprünglich aus Südosteuropa und Westasien, ist aber lange schon in Madeira heimisch. Obwohl die Frucht keinen intensiven Geruch besitzt, steht ein Exemplar des Baumes im Garten der aromatischen Pflanzen. Der Granatapfel enthält aromatisch-ätherische Öle, die die Magensaftabsonderung steigern und die Magen-Darm-Bewegung anregen.
Ursprünglich war es eine einsame Bucht. Dann siedelte sich in den 60er Jahren ein
Bayer in Canico de Baixo an. Er machte wenig später ein Restaurant auf. Das kleine „Lido-Schwimmbad“ folgte. Schliesslich kam ein Hotel hinzu. Heute stellt das Örtchen an der Südostküste Madeiras mit etlichen großen und kleinen Hotels eine touristische Hochburg und gleichzeitig die deutschsprachige Kolonie der Insel dar.
Zu Beginn der Sommerbadesaison sind endlich die Bauarbeiten am Strand des malerischen Örtchens an der Südwestküste abgeschlossen. Besonders für Kinder und unsichere Schwimmer ist das eingefriedete Becken zum Baden geeignet. Wer echtes Meer mit Wellen sucht, findet einen Rest ursprünglichen Strandes mit schwarzem Sand am Ende der Bucht von Ponta do Sol.
Funchal erstickt fast an seinem innerstädtischen Verkehr. Da hebt sich wohltuend die Meerespromenade ab, die am Lido-Bad beginnt und fern von Autolärm und –gestank bis zur Praia Formosa führt.
Früher schaute man von Tenniscourt Nummer 3 auf den Golfabschlag-Übungsplatz. Dahinter erhoben sich grüne Hügel. Nun steht ein Betonmonster im Weg. Der Golfübungsplatz konnte nicht überleben. Kann es die Quinta Magnólia?
Eine Betonmischmaschine aus Holz geschnitzt mit feiner Ornamentik. Grüne, graue, gelbe vertikal angeordnete Parallelen in Öl, die bei längerem Hinsehen zu verschwimmen beginnen. Sexuelle Obsessionen eines italienischen Meisters. Ein großes gelbes Gesicht auf Leinwand mit realem Brett vorm Kopf, auf das grell die Augen gemalt sind. - Verblüffende, die Sinne verwirrende und provokative Artefakte, hauptsächlich der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert entstammend und mit großen Namen verbunden: Richter, Immendorf, Haring, Botero, aber auch Picasso. Sie und andere sind derzeit ausgestellt im neuen Museum des bäuerlichen Calheta. Fast wollte man sagen, Kunst auf dem platten Land - wenn Madeira nicht so gebirgig wäre.
Ein junger Manager aus Hamburg brauchte dringend eine lange Pause. Ein Jahr lang wollte er auf den Ozeanen der Welt segeln. Madeira hieß die letzte Station vor der Karibik. Auf der Atlantik-Insel flirtete der Hanseat einen Monat lang mit einer Inselschönheit namens Celíne, zwei weitere Monate genoß er ihre Gunst. Eines Morgens stach der ambitionierte Segler dann schweren Herzens in See. Zwei Tage später kehrte er zurück. Nicht daß der Wind schwach war. Die Liebe zu Celíne war zu stark. Da man im Hafen der Liebe kein Boot braucht, hat der junge Mann sein Segelboot verkauft. Das war eine gute Entscheidung. Denn in den Häfen Madeiras wird man schnell viel Geld los.
Madeiras Badesaison dauert bis zum späten September. Wenn dann die Schulferien zu Ende gehen, leeren sich die wenigen Strände. Bis dahin aber sind sie rappelvoll. Wer den Strand nicht mit Hunderten teilen will, kann woanders durchaus alleine Baden gehen. Man muß nur wissen, wo.
Vierzig Millionen Euro hat die neue Schnellstrasse von Calheta nach Prazeres gekostet – nur einen Euro kostet der Eintritt in das „Pädagogische Landgut“ am Ende dieser Strasse. Die nagelneue Piste frisst sich über Brücken und durch Tunnels in den Westen der Insel hinein. „Fortschritt und Entwicklung“ heisst im Programm der Inselverwaltung die Denaturierung der ländlichen Region. Als Arche Noah erscheint da die Vielfalt von Tier- und Pflanzenleben im pädagogischen Landgut mitten in Prazeres. In der „Quinta Pedagogica“ leben einheimische und exotische Pflanzen und Tiere, zur Freude der Besucher aus nah und fern.
Wer den Strand für sich alleine haben will, sollte möglichst früh da sein. Die meisten Madeirenser sind bekannter- massen eingefleischte Langschläfer. Erst ab 11 Uhr rollen bei gutem Badewetter die Einheimischen an, um die Bucht von Madalena do Mar mit Kind und Kegel in Besitz zu nehmen.