Mit Blaulicht fährt ein Krankenwagen vor. Der Bauarbeiter, der auf einer Trage in die Notaufnahme gelangt, ist von einem Gerüst gerutscht. Bei einer Fallhöhe von fünf Metern sind mehrere Knochenbrüche wahrscheinlich. Der Notarzt verabreicht Schmerzmittel und fordert den Rettungshubschrauber aus Madeira an. Nur im Krankenhaus von Funchal kann entsprechend geröntgt, geschient und gegipst werden. Porto Santo hatte bislang keinen geeigneten Röntgenapparat, der solch komplizierte Bruchstellen hinreichend sichtbar macht. Damit aber ist nun Schluss!
Im vorigen Winter war das Meer aufgewühlt. Da stellte die Fähre zwischen Porto Santo und Madeira für Wochen den Betrieb ein. Auch in diesem Winter stürmt es kräftig, so dass die „Lobo Marinho“nicht selten im Hafen von Funchal liegen bleiben muss. Die Folge davon: Für Porto Santo bestimmte Lebensmittel kommen bei den Konsumenten nicht an. Und wer keinen Vorrat angelegt hat, schnallt notgedrungen den Gürtel ein Loch enger. Die Porto Santenser beklagen natürlich „die höhere Gewalt“. Doch nicht allein der Wettergott trägt Schuld an leeren Regalen in den Supermärkten. Die Inselbewohner haben selber zum Notstand beigetragen, indem sie – schon vor Jahrzehnten - ihre ureigenen Ressourcen vernachlässigten.
Der kleine Nachbar Madeiras strebt ins Gigantische. Mit ehrgeizigen Hotelprojekten will die nur elf km lange und sechs km breite Insel demnächst bis zu zehntausend Gäste gleichzeitig unterbringen können. Der Traum vom „full house“ hängt in seiner Verwirklichung davon ab, ob die Insel gut gebucht wird. Die italienische Reisegesellschaft, die seit 2005 wöchentlich einfliegt und ein Drittel der derzeit 1500 Betten Porto Santos belegte, springt gerade ab.
Der lange Strand von Porto Santo liegt im Süden der kleinen Insel. Er bietet Platz für ausgedehnte Spaziergänge, Ballspiele, Joggen, Burgen Bauen und entspanntes Träumen in der Sonne. Kein Wunder, dass weitere Badeplätze auf der Insel den meisten Urlaubern verborgen bleiben. Wer sich dennoch auf die Suche macht, fühlt sich wie Robinson Crusoe.
Porto Santo – das ist für viele der goldgelbe lange Sandstrand. Die Insel hinter dem kleinen Ort Vila Baleira erscheint vom Strand aus graubraun, karg und wenig attraktiv. Nur Wenige machen sich auf zu einer Inselrundfahrt mit dem Taxi oder mit dem Bus. Doch gerade, wenn sich zwischen Juli und September Strand und Ort füllen, steht dem Urlauber vielleicht einmal der Sinn nach etwas Ruhe und Einsamkeit.
Ein neues Konzept für den Porto-Santo-Toursimus kommt aus Norwegen. Dabei wird ein Produkt vermarktet, dass von jeher das Markenzeichen der Nachbarinsel Madeiras war: der goldgelbe Sand.
80tausend Quadratmeter Küstenstreifen kaufte eine Gruppe hochdotierter Fußballprofis auf der Atlantikinsel Porto Santo zusammen. Kaufpreis: 8 Millionen Euro.
Sterne und Engel, ein Lichterhimmel und Ketten von Glühbirnen, die einen Baum zieren. Das ist der ganze Reichtum der Weihnachtsbeleuchtung von Madeiras Nachbarinsel Porto Santo.
Wer je von der Chaos-Theorie hörte, weiß das selbst in größtem Wirrwarr Strukturen von Ordnung enthalten sein können. Ein Grund zu glauben ist das nicht. Doch wenn Vulkanausbrüche solch ein filigranes Werk schaffen wie die mächtigen „Orgelpfeifen“ vom Pico Ana Ferreira, hält der Betrachter andächtig inne.
Wer auf Porto Santo den Sand in Schuhen und Kleidern einmal leid wird, kann sich auf einen fast noch gemütlich zu nennenden Wanderweg in den äussersten Westen der Insel aufmachen: zur türkisblauen Bucht von Zimbralinho.
Die meisten Gäste fahren des Strandes wegen nach Porto Santo. Dabei wartet viel mehr als der berühmte goldene Sand. Die Nachbarinsel Madeiras ist im Sommer trocken und spröde, im Winter grün und lieblich. Aber die kleine Insel dann zu erwandern, ist zu jeder Jahreszeit ein Genuss. Und wer genau hinsieht, entdeckt auch auf Porto Santo, was Madeira als Wandergebiet so attraktiv macht: die Levadas.
Fuerteventura reklamiert die schönsten Sandstrände für sich. Mit seinen neun Kilometern weißen Sandes kann Porto Santo gewiß nicht dagegenhalten. Allerdings setzt die winzige Nachbarinsel Madeiras alles daran, im Sandstrandwettbewerb der Vulkaninseln vor Afrikas Nordwestküste zum i-Tüpfelchen zu werden.
Vom Hafen bis nach Calheta, das heisst von der Ost- bis an die Westspitze, geht die Fahrt parallel zum Sandstrand. Die zehn Kilometer lange Strecke verläuft eben, die Autofahrer auf Porto Santo geben acht, und fast die Hälfte der Distanz wird auf sicherem, breit angelegtem Fahrradweg bewältigt.
