Eine Reihe mit Fotos von glücklichen jungen Leuten, dazu die Zeile Madeira, bela como sempre“ - „Madeira schön wie eh und je“ - das ist die jüngste Werbe-Kampagne des Tourismus-Büros von Madeira. Angesprochen werden die Portugiesen auf dem Festland. Die Kampagne, so die Information des Tourismus-Büros, „soll zeigen, dass die natürliche Schönheit und die Seele des Archipels unverändert ist.“
Es ist die einzige Lagune Madeiras und dient den Zugvögeln als Raststätte, wenn sie im Herbst von Nord nach Süd oder im Frühling in umgekehrter Richtung unterwegs sind. Die Küstenstraße, die direkt am Teich vorbei führt, scheint die Tiere dabei kaum zu stören. Außerdem leben und brüten dort Enten und andere Wasserbewohner, die von Einheimischen mit altem Brot bei Laune gehalten werden. Ausgerechnet dieser Teich uferte bei dem Unwetter vom 20. Februar aus, wurde von den Schlamm- und Wassermassen überflutet und verlor dadurch seinen Charakter als Hort für reisende und schutzbedürftige Tiere.
Von weitem sieht man den spitzen weißen Turm auf einem grün-braunen Hügel stehen. Seine schweren Glocken schallen in der Tonfolge von Big Ben durchs Tal. Das Einzigartige an der Wallfahrtskirche von São Vicente ist, dass sie nur den Turm hat. Ein Kirchenschiff wurde nie gebaut. Der Vulkankegel mit dem Kirchturm ist von vielen Wanderungen und Aussichtspunkten aus gut zu sehen und ein markanter Orientierungspunkt. Es lohnt sich, einmal dort hinauf zu steigen.
Die Tage werden wieder länger. 6 Wochen nach der Wintersonnenwende merkt man schon, dass die Sonne wieder länger scheint. Am 2. Februar ist der Sonnenaufgang auf Madeira um 8h02, der Sonnenuntergang um 18h41 - die Sonne scheint also schon fast elf Stunden.
Keine Angst! Auf Madeira hat sie noch keins ihrer acht Beinchen gesetzt. (Nebenbei bemerkt: Schlangen gibt es auch keine.) Auf den vorgelagerten Inseln Desertas, genauer auf Deserta Grande, und dort nur in einem einzigen Tal, lebt die acht Zentimenter lange Deserta-Tarantel, eine Giftspinne mit schwarzem Leibe und schwarz-weiss gesprenkelten Beinen. Unglücklicherweise wird das räuberische Tier nun in seinem Lebensraum bedroht. Und ausgerechnet die Naturschützer haben der Tarantel die Suppe eingebrockt.
Schon lange kommt der in Madeira gehandelte Kabeljau (port. „bacalhau“) ausschließlich aus Norwegen. Nun wird seit Jahren schon das madeirensische Espada-Angebot aus Azoren-Erträgen ergänzt. Madeiras Fischer ziehen weniger schwarze Meeres-Ungeheuer aus der Tiefe denn je. Konstant bleibt aber der Appetit der Urlauber, die den berühmt-berüchtigten Espada (dtsch. „Schwarzer Degenfisch“) auf der Speisekarten finden wollen.
Madeira ist reich an Natur, aber arm an Sandstränden. Dieses Defizit versucht die Inselregierung mit importiertem Wüstensand zu überdecken. Aus der Sahara gelangten unendlich viele Schiffsladungen in die Bucht von Calheta. Auch in Machico gibt es einen kleinen künstlichen Strand. Für die Praia Formosa bei Funchal ist eine weitere weiße Strand-Oase vorgesehen. Mit solchen „Arabesken“ läuft die Regierung Madeiras der Illusion hinterher, sie könne rauhe Küstenstreifen verniedlichen. Natürliche Sandstrände gibt es wenige und die sind schwarz. Besagte Praia Formosa, großzügig und mit wunderbarem Kontrast von schwarzem Sand vor blauem Himmel, die Bucht von Seixal im Norden mit weichem schwarzen Sand, oder im Wechsel mit Kieselsteinen zum Beispiel in Madalena do Mar. Eine einzige Bucht Madeiras hat hellen Natursand. Sie heißt Prainha – das Strändchen.
Die Levadas bei Rabaçal führen mitten durch ein wunderschönes großes Stück urtümlichen Lorbeerwalds im Westen Madeiras. Wer dort spazieren oder wandern will, muss sich ein bisschen anstrengen. Zwar gibt es hier sogar Wegweiser und die Wege sind gut gepflegt. Und bis zum Forsthaus kann man über die alte Straße sogar mit einem Shuttle-Bus des Landkreises Calheta für wenig Geld hinunter fahren – und vor allem später auch wieder hinauf. Doch selbst der kurze Spaziergang zum Risco-Wasserfall benötigt vom Forsthaus aus immerhin noch knapp eine Stunde hin und zurück, auf gutem, fast ebenem Weg.
Die Maschinen in der Zuckerrohrfabrik von Porto da Cruz stehen unter Dampf. Die Ernte im Norden Madeiras beginnt in der zweiten Maihälfte. Aus den angelieferten Rohrstöcken wird der Saft herausgepreßt, der in destillierter Form Rum heißt.
Die „Freira da Madeira“, der Madeira-Sturmvogel, ist seit langem vom Aussterben bedroht. Die NATO bereitet der Seevogel-Population auf der Atlantik-Insel nun ein neues, großes Problem: Sie will ein Radar mitten im Brutgebiet der seltenen Vogelart errichten.
„Die tollsten Früchte hat er uns gezeigt,“ erzählt Elli Schmidt nachmittags beim Kaffee auf der Hotelterrasse. Mit ihrem Mann hatte sie am Freitag Vormittag die Markthalle in Funchal besucht. Im ersten Stock bot ein Händler alle Früchte zum Probieren an. Maracujas und Anonas, englische Tomaten und Papayas, Mangos und Granatäpfel. Längst nicht alle dieser Früchte sind zur selben Zeit auf Madeira reif – einige Exemplare werden aus der weiten Welt nach Funchal eingeflogen . Das erklärt auch den Preis, den der Händler Elli machen wollte: „Er hat mir eine kleine Plastiktüte voll gepackt – und dann sollte das zwanzig Euro kosten. Nee, das war mir dann aber doch zuviel.“
Bauer Antonio traut kaum seinen Augen. Normal werden die Weinstöcke Ende Februar Anfang März beschnitten. Aber in diesem Jahr treiben sie mitten im Januar Blätter – zwei bis drei Monate im Voraus. An einem Strauch hängen gar die ersten Trauben.
Deutschland im Herbst. Hochsaison für das Heidekraut. In wenigen Wochen werden die kleinstrauchigen Erikapflanzen auf Friedhöfen eine melancholische Stimmung verbreiten. Letzte Blüten des Jahres vor dem Einzug des Winters. Weiß, rot und rosa leuchten sie auf den Grabhügeln.
Echt spielerisch begann für Sarah Debus der Studienaufenthalt auf Madeira. Die Studentin der Ruhr-Uni Bochum pflückte mit lockerer Hand Rotalgen und Seeigel, deren natürliche Feinde, vom Beckenrand des großen Hafens in Funchal. Nach Braunalgen, die auch auf Seeigels Speiseplan stehen, ging die 25jährige mit Studienkollege Patricio Ramalhosa (29) baden. Vor Reis Magos an der Südküste schnorchelnd, ernteten die beiden Studenten der Meeresbiologie leckeres Futter für die gefräßigen Seeigel im Institutslabor.
Wer in einer Sommernacht auf Madeira am Strand spazieren geht, bekommt ungewöhnliche Laute zu hören. Die meisten Touristen haben „sowas noch nie gehört“. Und so kommt es auch zu erstaunlichen Spekulationen, um was es sich handeln mag: „In den Bananenplantagen müssen ganz exotische Frösche leben, die nachts rufen!“, heißt es, oder „Stimmt es, dass Delfine nachts nah ans Ufer kommen und Geräusche machen, als ob sie lachen?“ Fans von Zeichentrickfilmen fühlen sich an die Stimme von „Micky Maus“ erinnert. Und dabei ist es in Wirklichkeit ein Vogel, der so wundersame Töne von sich gibt, der Gelbschnabel-Sturmtaucher.
Luftlinie etwa 6 km vom Pico Arieiro entfernt, über Estreito da Câmara de Lobos und Jardim da Serra auf gut ausgebauter Strasse zu erreichen und mit 1235 m recht hoch über dem Meer ist dieser Pass eher unbekannt und ruhig. Selbst, wenn der Parkplatz voll ist, zählt man kaum mehr als sechs oder acht Autos.
Ein Traum in Weiss, das ist die Kirschblüte in Jardim da Serra. Das Bergdorf auf dem Weg von Câmara de Lobos hinauf zur Boca da Corrida liegt schon fast auf 1000 m Meereshöhe. Bald hinter Estreito do Câmara de Lobos wird die Strasse schmal und steigt in Kurven, Serpentinen, kleinen Ab- und wieder Aufstiegen beständig an. Schliesslich kommt das Dorf in Sicht.
Manche Zicklein kommen in Madeira schon zu Weihnachten zur Welt. Aber nicht alle haben – wie die Tiere im biblischen Bethlehem - einen trockenen Stall zum Schlafen. Am schlimmsten traf es ein Drittgeborenes. Die beiden Zitzen der Ziegenmutter waren exklusiv den beiden robusteren Geschwistern vorbehalten. Versuchte das kleinere Dritte am Euter zu saugen, drehte sich die Mutter weg. „Natürlich stirbt es“, bestätigte Bauer Manuel das Todesurteil der Natur. Doch eine wunderbare Wende rettete das kleine Tier.
Zwölf Kilo Lebendgewicht hielt Otmar Schall, 53, zu guter Letzt in seinen Armen. Zuvor kämpfte der Freizeitfischer eine halbe Stunde lang mit dem Wolfsbarsch, eher der Raubfisch aufgab.
Reiseführern ist dieser Ort weithin unbekannt. Wandern kann man dort nicht. Zu klein ist die Enklave. Aber Stille genießen, das Meer riechen, sehen, hören, und darin baden. Ungestört den Gesängen der Vögel lauschen, da kein Auto um die Kurve rast. Und die kleinen Obstplantagen durchstreifen, wo Mangos, Avocados, Pitangas, Papayas, Feigen und Bananen reifen. Um zu dem verheissungsvollen Ort zu gelangen, der nur wenige Meter überm Meeresspiegel an Madeiras Südwestküste liegt, bedarf es allerdings einer Portion Abenteurertums.
Es schmeckt herb und ist teuer. Gewonnen wird das Öl aus den Früchten eines heimischen Lorbeerbaums. Heilende Wirkung sagen die Madeirenser dem jahrhundertealten Hausmittel bei aller Art von Entzündungen und Geschwüren nach. Labortests in Barcelona, Brasilien und Mexiko bestätigen den therapeutischen Nutzen.
Der Paul da Serra gleicht mit seiner spärlichen Vegetation vielerorts einer Mondlandschaft. Gut tausend Meter über dem Meer ist es kalt, windig, oft regnerisch – sofern die Wolken nicht unterhalb der Hochebene dahinziehen. Erreicht man das Forsthaus am Fanal hat die Einöde ein Ende. Eine Wiesenlandschaft mit uralten Lorbeerbäumen eröffnet sich, auf der wildlebende Rinder grasen. Der rasche Wechsel von gleissend hellem Licht und verhüllenden dunklen Nebelschwaden entwickelt eine meditative Stimmung, eine geheimnisvolle Atmosphäre in der wundersamen Landschaft, die – sobald man sich ihr überläßt – weit entfernt von Madeira zu sein scheint.
Zu Hause kosten die Cherry-Tomaten ein Vermögen. Auf Madeira gibt es die geschmacklich verwandten Wildtomaten gratis.
Madeira hat nur wenige Orte, die dem Meer ganz nah und der Geschäftigkeit des Insellebens völlig entrückt sind. Wer die "irische Ecke" entdeckt, gelangt kurzfristig in
eine andere Welt.
Am 21. Juni ist Sommeranfang. Da sollte im Süden, auf Madeira, ja wohl erst recht die Sonne scheinen. Denkt der Urlauber, macht sich früh um acht bei den ersten Sonnenstrahlen auf den Weg in die Berge – und keine hundert Meter gewandert, überrascht ihn aufziehender Nebel.
Erst wollte die Inselverwaltung die Lagune am Strand von Lugar de Baixo platt machen. Nach Protesten kam die überraschende Wende. Ein Zentrum für Öko-Tourismus entstand.