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Geschäftsidee: Weight-Watchers-Zentrale aufbauen

29. April 2011

sheila - Zugegeben, Weight Watchers funktioniert nach Maßstäben des modernen amerikanischen Kapitalismus. Da wird Geld verdient mit der Vermittlung von Gruppengefühl, Erfolgsversprechen und – quoten. Fakt aber ist: Das Programm von Weight Watchers zur Gewichtsreduktion ist effektiv und seriös. Die Ernährungsempfehlungen des Unternehmens fördern die Gesundheit der Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer und halten kritischer Prüfung stand. Im Konzept von Weight Watchers steckt jahrzehntelange Erfahrung. Und das Programm liegt ausgearbeitet und schriftlich vor.
Die Madeira-Zeitung betont, dass sie für den folgenden Artikel keinerlei Zuwendung von Weight Watchers erhalten hat.

„Die Dicken nehmen immer mehr zu!“ dieser Satz verkündet in schlechtem Deutsch eine doppelte Wahrheit. Die Übergewichtigen Madeiras erweitern unablässig ihren Bauchumfang und stellen längst die Mehrheit der Bevölkerung, mit steigender Tendenz. Den Dicken gehört die Zukunft, könnte man meinen, wenn nicht gravierende Erkrankungen ihren Siegeszug bremsten: Bluthochdruck und Diabetes sind unabwendbare Folgen der Fettsucht. Von den übergewichtigen Kindern Madeiras leiden bereits dreißig Prozent an der Zuckerkrankheit.

Ein Blick in die Einkaufswagen an der Kasse im Supermarkt lässt die Betrachterin schaudern: Fleisch bis zum Abwinken, Chips, Alkohol, Süßigkeiten und Limonaden. Die Madeirenser sparen an Gemüse und Obst. Fisch gilt immer noch als Arme-Leute-Essen. Frauen kleiden sich gern supereng, was ihre Fettrollen an der Taille betont. Entblößte Bäuche schwellen über Rocksäume. Auch die Männer sind stolz auf ihre Bäuche, die sie mitunter auf offener Straße zur Schau stellen und liebevoll streicheln. Madeira gehört geographisch zu Nordafrika. Die orientalische Verehrung runder Körperformen kommt hier im wahrsten Sinne des Wortes zum Tragen. Neben der unausgewogenen Ernährung fördert der Essensrhythmus die Korpulenz der Bevölkerung. Zum Frühstück in der Bar – üblich für Frauen und Männer auf dem Weg zum Arbeitsplatz - gibt es Kaffee, Kuchen und Zigaretten. Die Mittagskost ist reichlich bemessen. Das Abendessen wird kalorienmäßig zum Haupt-Mahl mit anschließender Bettruhe. Zu allem Überfluss meinen viele Madeirenser, dass Lebensqualität darin bestehe, alle Wege mit dem Auto zurückzulegen.

Ärzte schlagen Alarm. Eine Lawine kranker Dicker überfordert das öffentliche Gesundheitssystem. Der neue Chef des Chirurgenverbandes des Landes setzte bei seinem Amtseintritt im Herbst 2010 auf Abschreckung. Er forderte die Einführung saftiger Selbstkostenbeteiligungen bei Herzoperationen. Eine hilflose Drohgebärde, die die endlose Truppe der Dicken achtlos platt wälzte.

Nicht alle Madeirenser frönen dem ungesunden Lebensstil. Selbständige Ernährungsberater bieten ihre Dienste an. Abends bevölkern immer mehr Jogger die Meeres-Promenade von Funchal. Sportstudios laufen mit Erfolg auf der ganzen Insel. Und selbst in den Dörfern treffen sich Bürgerinnen zum Spaziergang. An den Schulen wird großer Wert auf gesunde Ernährung in der Schulkantine gelegt. Der Ansatz zum Umdenken ist da. Ihn zu fördern, wäre Aufgabe einer Weight-Watchers-Zentrale, die sinnvollerweise in Funchal liegen muss. Der Größe des Einzugsraumes wegen. Interessierte am Aufbau einer solchen Zentrale müssen fließend Portugiesisch sprechen. Kursmaterial in portugiesischer Sprache findet sich bereits bei der brasilianischen Dependance des weltweiten Unternehmens. In Portugal hat die Firma bislang nicht Fuß gefasst. Die Zeit ist gekommen, besonders den Madeirensern beim Abnehmen zu helfen.

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