Geldauszahlung
Nicht immer gleich zur Hand

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600 Euro Mindestlohn in Portugal

14. Dezember 2018

Verhungern muss keiner, aber „auf Rosen gebettet“ ist anders

sheila - Portugal hat eine sozialistische Minderheitsregierung, die im Parlament von Linksparteien toleriert wird. Revolutionär ist es allerdings nicht, den Mindestlohn ab Januar 2019 auf 600 Euro anzuheben. Wer im öffentlichen Dienst schafft, dem sind immerhin 630 Euro Minimum garantiert – auch das reicht nicht für „große Sprünge“.

Die Staaten, die vor dem Abgrund stehen – besonders Griechenland und Portugal – zeichnen sich durch einen aufgeblähten öffentlichen Apparat aus. Obwohl in Madeira viele Stellen nicht wieder neu besetzt werden, wenn die Stelleninhaber in Pension gehen, gibt es weiterhin unzählige „funcionários públicos“, die mit wenig Arbeitsaufwand auf sicheren Stellen sitzen und mehr verdienen als der Rest. Dreißig Euro plus läßt sich der Staat die Treue seiner Angestellten kosten. Das ist nicht viel, die Steigerungsrate wirkt sich aber beim Durchschnittsverdienst markant aus. Während madeirensische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im privaten Sektor monatlich tausend bis tausendeinhundert Euro nach Hause bringen, finden öffentlich Bedienstete durchschnittlich tausenddreihundert Euro auf ihrem Konto verbucht. Auch das sind keine Zahlen zum Jubilieren. Man muss allerdings bedenken, dass die Abgaben für die Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung extrem niedrig sind, dass die Stromversorgung deutlich weniger kostet als in Deutschland, dass mit einer Wasserabgabe von 25 Euro pro Monat auch die Müllabfuhr und Abwassergebühr für einen Haushalt mit vier Personen bezahlt sind. Auch andere Abgaben sind niedrig, sodass ein Überleben garantiert ist. Im Unterschied zum „reichen“ Deutschland – selbst die deutsche Grundsicherung nach Hartz IV übersteigt den portugiesischen Mindestlohn – ist die Hetze auf der Arbeit in Madeira und Portugal äußerst gering oder sogar gar nicht vorhanden. Dies bedeutet Lebensqualität, die unbezahlbar jedes niedrige, mittlere oder hohe Einkommen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz hinter sich läßt.  

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