Mietwagen Smart

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Kommt dieses Auto die Berge hoch?

23. November 2018

Nervtötende Diskussionen an den Mietwagenschaltern im Flughafen von Madeira

sheila - Der Urlaub ist zu Ende, man wartet am Gepäckband. Erst geht es nicht los, dann kommt der Koffer nicht, man rechnet mit dem Schlimmsten. Da kommt ein kleiner frecher Witz gerade recht und so freut sich der Heimkehrer über die Sixt-Werbung am Gepäckband im Flughafen Düsseldorf.Unter einem Portraitfoto des nachdenklichen Innenminsters Horst Seehofer in großen Buchstaben: „Egal wie Sie sich entscheiden. Bis zur letzten Minute kostenlos zurücktreten. Sixt.de“

Doch unserem Heimkehrer bleibt das Lachen im Halse stecken. Und da nützt es auch nichts, dass die Autovermietungs-Firma sich flächendeckend und unübersehbar mit ähnlichen Werbeplakaten präsentiert. Anstatt sich Spots und Farbgebung einzuprägen, erinnert sich Otto M. nämlich an die Erfahrungen mit eben diesem Autovermieter bei seiner Ankunft am Flughafen Funchal vor vierzehn Tagen. Die scheinbar freundlichen beiden Mitarbeiter, ein Mann und eine Frau, jung, schlank und strahlend, wollten ihm ein Extra nach dem anderen zum Mietvertrag aufschwatzen. Und als sie schliesslich gar die Kategorie des Fahrzeugs in Frage stellten „Mit so einem kleinen Auto müssen Sie aber auf der Autobahn bleiben, Herr M., und hoffentlich regnet es nicht!“ gab der unerfahrene Madeira-Urlauber seine abweisende Haltung schließlich auf. Natürlich wollte auch er auf die hohen Gipfel, über die Hochebene von Nord nach Süd und in Funchal die Berge rauf und runter fahren.
Und wenn die Leute bei Sixt meinen, das schafft die Gruppe A nicht und Gruppe C oder D wäre schon angebracht – na gut.

Herr M. und die Firma Sixt sind kein Einzelfall. Abends beim Bierchen klagen sie einander ihr Leid, die Mieter von Goldcar, Europcar und wie sie alle heissen. Nur wenige rühmliche Ausnahmen scheint es zu geben: Magoscar, Aviacar – doch die anderen haben alle ein halbes Stündchen Diskussion am Mietwagenschalter gehabt. „Wenn die Gruppe A anbieten für Madeira, dann muss das Auto doch auch auf die Berge kommen!“ schimpft einer. „Tut es doch auch,“ meint sein Gesprächspartner. „Habe ich doch auf dem Parkplatz von Rabaçal gesehen. Fiat Panda neben VW Up, und ein Smart stand auch da! Irgendwie müssen die ja dahin gekommen sein. Und Leichtgewichte waren das nun auch nicht, die da ausgestiegen sind!“

Erboste Urlauber wollten sich bei den Mietwagenfirmen beschweren und gar gleich zur Tourismusbehörde gehen. Das wäre sicherlich der richtige Weg. Denn wer früh morgens von zu Hause losgefahren ist, nach vier oder fünf Stunden Flug und aufregender Landung der Maschine entstiegen ist, der will einfach nur Autoschlüssel und Vertrag erhalten und ab ins Hotel – ausruhen. Empfehlungen, welches Auto wohl das passende sei, würden seriöse Vermieter vor der Buchung geben. Ein Last-Minute-Upgrade für viel Geld am Flughafen – das will keiner und dem sollte man widerstehen.
Die Straßen auf Madeira, so sagen die meisten Vielfahrer aus Deutschland, sind bis auf wenige Ausnahmen in ausgezeichnetem Zustand. Manchmal ist es etwas steil und der erste Gang bleibt viel länger drin als auf dem platten Land – aber eilig hat man es im Urlaub ja sowieso nicht.

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